Tag: Rache

Death Sentence (James Wan, USA 2007)

Posted by – 24. Januar 2017

Schönes Filmplakat: In reinem Schwarz-Weiß gehalten wächst die Silhouette eines Mannes im Anzug aus der Finsternis. In der Hand hält er einen Baseball-Schläger von dem es heftig tropft. Die Substanz lässt sich unschwer als Blut deuten.

Das Filmplakat gibt klar die Richtung des neuen Films von „Saw“-Regisseur James Wan vor. Es geht um den erfolgreichen Risikoanwalt und netten Familienvater Nick Hume (Kevin Bacon), der mit seinen beiden Söhnen Brendan (Stuart Lefferty), Lucas (Jordan Garrett) und seiner hübschen Frau Helen (Kelly Preston) ein beschauliches Leben führt. Das ändert sich allerdings auf dramatische Weise als Brendan vor den Augen seines Vaters auf brutale Weise von einer Gang ermordet wird. Vater Hume sieht rot: Anstatt die Polizei dabei zu unterstützen, den Schuldigen hinter Gitter zu bringen, beschließt er, das Recht selbst in die Hand zu nehmen. Aber Rache will gelernt sein und schon bald befindet sich der Selbstjustiuz-Anwalt und seine restliche Familie auf der Abschussliste der Gangster…

Regisseur James Wan sagt, er habe mit dieser Selbstjustiz-Geschichte (nach einem Drehbuch von Ian Jeffers, das wiederum auf dem gleichnamigen Roman von Brian Garfield beruht) eines der elementarsten Themen überhaupt aufgegriffen und ihm nur einen modernen Rahmen gegeben. „Es ist eine ganz klassische Geschichte, sie hat etwas von Shakespeare“, findet Wan und erläutert weiter im Presseheft: „Ein Mann ringt mit seinen inneren Dämonen. Er fühlt sich seiner Familie gegenüber in der Verantwortung und gerät in einen Strudel voller Gewalt und sieht sich ständiger Vergeltungsschläge ausgesetzt, die sein Leben zerstören. Letzten Endes muss er feststellen, dass Gewalt absolut sinnlos ist.“ Mag sie auch absolut sinnlos sein – das ist ja eh wie ein filmischer Gemeinplatz –, so ist sie doch leider das einzige in „Death Sentence“, das von gewisser filmischer Qualität ist. Der pseudo-moralische Guss, mit dem Wan seinen Film überzogen hat, ist es jedenfalls nicht – der ist genauso schwer genießbar wie eine Vielzahl von Klischees und eine Handvoll ungeschickter Entscheidungen von Wackelkameras über Found Footage bis hin zur Musikauswahl. Wäre der Film doch nur etwas mehr wie das Filmplakat, einfach und direkt, hätte er sich seiner Tragödie nur gedankenlos hingegeben, ohne die unglaubwürdigen Bemühungen, alles politisch korrekt erscheinen zu lassen.

Ganz so unzufrieden wie damals im Kino war ich mit „Death Sentence“ beim zweiten Sehen allerdings nicht. Drei Punkte lassen sich zu seiner Ehrenrettung anführen. Erstens: Kevin Bacon. Der hatte zwar in letzter Zeit häufig Pech mit seinen Filmen, aber wenn jemand in der Lage ist, aus uninteressanten Drehbüchern das Maximale herauszuholen, da er. Zweitens: Durchaus auch spannende Momente sowei zwei bis drei wirklich Action-Sequenzen. Die liegen Regisseur Wan offensichtlich wesentlich besser als alles, was Fingerspitzengefühl verlangt. Zum ersten Mal richtig mitreißend wird es, als Hume (der bis auf seinen Namen nichts mit dem berühmten Philosophen gemein hat, insofern ist die Wahl auch ziemlich lächerlich, da wird nur einmal mehr Anspruch und Tiefe suggeriert, die der Film einfach nicht hat) von der Gang verfolgt wird. Über die Straße, durch Häuser bis in ein Parkhaus zieht sich die Verfolgungsjagd, bei der Anwalt nur knapp dem Tod entgeht. Der Überfall der Gang auf Humes Haus ist kurz, aber ebenfalls spannend. Richtig zur Sache geht es noch mal am Ende, als der waffenbepackte Hume das Hauptquartier der Gang stürmt. Das hat zwar immer noch nichts von Shakespeare, dafür aber ein paar andere, hochkalibrige Qualitätsmerkmale. Drittens: Obwohl „Death Sentence“ in seinem Bemühen, es allen Recht zu machen, unglaubwürdig und letztlich unentschlossen wirkt, ist er trotz moralinsüßen Überzug eine ziemlich bittere Pille. Hinten raus würde ich ihn nicht als gelungen bezeichnen, aber er ist auf schizophrene Weise gescheitert. Und angesichts seines – anspruchsvollen – Rache- und Selbstjustiz-Themas ist das ja schon fast wieder ein kleiner Sieg in der Niederlage.

Bild © Concorde Video

The Wraith (Mike Marvin, USA 1986)

Posted by – 23. Januar 2017

You want a race? ‚Cause I’ll show you a race!“

 Wer von ihnen herausgefordert wird, kann seinem schicken Auto schon mal Lebewohl sagen – denn niemand gewinnt gegen Packard Walsh (Nick Cassavetes) und seine Rocker-Gang bei den illegalen Straßenrennen, deren Sieger stets das Gefährt des Kontrahenten erhält. Dieses scheinbar unverrückbare Naturgesetz wird erst außer Kraft gesetzt, als ein Gespenst aus der Vergangenheit (Charlie Sheen) auftaucht und Packard seine Vormachtstellung auf der Straße und bei seiner Freundin Keri Johnson (Sherilyn Fenn) streitig macht.

„The Wraith“ – den meisten wohl besser bekannt unter seinem deutschen Titel „Interceptor“ – war eigentlich nie einer meiner Lieblingsfilme, aber ich würde ihn auf jeden Fall trotzdem zu den Filmen zählen, die aus Gründen wichtig für mich waren. Aus welchen Gründen? Das weiß ich selbst nicht so genau. Fest steht, dass mir Mike Marvins beim letzten Sehen gut, ja verdammt gut gefallen hat. Und ich denke, das hat weniger mit irgendwelchen konkreten Umsetzungsstrategien in Form und Inhalt zu tun, als mit der vereinnahmenden Naivität, mit der diese Rachegeschichte erzählt wird.

Ich komme aus einer Gegend, da feiert man den Führerschein gerne mal mit zwei falschen Korn in der Dorfdisco – um danach bei einem Rennen über die nächtlichen Landstraßen Papas Auto mit 120 Km/h gegen einen Baum zu setzen. Das ist dumm, fühlt sich während man für die Kumpels an der Bar die Getränke bestellt, gemeinsam feiert und dann ins Auto steigt aber noch wie die beste Idee überhaupt an. Die Parallelen zu Mike Marvins Film sind nicht einfach herbeigeschrieben, das Gefühl des allgegenwärtigen Stumpfsinns ist in den Dorfkneipen dieser Welt ebenso real wie in Marvins Films: So einfältig wie die Figuren in „The Wraith“ – Packards Crews ist ein Gruppe dauerbreiter Blödiane, die vielleicht Benzin im Blut, aber auf alle Fälle Bremsflüssigkeit im Hirn haben, und auch er selbst vermag es nicht, über sein Interesse an Autos und seiner Freundin hinauszudenken –, so primitiv ist auch die Geschichte, die hier erzählt wird. Doch das hört sich jetzt vielleicht negativer an als es gemeint ist. Es ist nämlich sogar in keiner Weise als Kritik von mir gedacht – im Gegenteil. Die allumfassende Stupidität von Gut und Böse, vom Rächer, Ge- und Berächten, ist so entwaffnend ehrlich – da ist es, seinen Nebenbuhler zu Tode zu foltern und dessen Rache als zurückgekehrter Alien-Geist mit einem Schulterzucken abzutun, genauso normal wie besagte mörderische Autorennen – dass mir „The Wraith“ beinahe schon wie „aus dem Leben gegriffen“ vorkommt.

Es ist auch nicht das einzig Gute, das ich über den Film zu sagen hätte. Ich könnte mich noch ein ganzes Weilchen darüber auslassen, was für markige Figuren Marvin hier erdacht hat, besonders lange würde ich von dem liebestollen und ebenso -wütigen Packard schwärmen, der von Nick Cassavetes wirklich mit genau der richtigen Dosierung als Ernst und Karikatur dargeboten wird. Die Dialoge in diesem Film sind der Hammer. Da mag man keine einzelne Zeile herausgreifen, das gesprochene Wort ist hier in Gänze Ultrakunst, und egal ob man den Film nun ernst nimmt wie ich oder ihn als 1980er-Jahre Sumpfsinn abtun will – man wird mit ihm seinen Spaß haben. Apropos Spaß haben: Der Soundtrack bestehend aus Hits wie „Secret Loser“ (Ozzy Osbourne), „Where’s the Fire“ (Tim Feehan), „Rebel Yell“ (Billy Idol), „Power Love“ (Lion) und und und macht irre Spaß. Wenn man denn etwas an diesem Film bemängeln möchte (was ich eigentlich nicht möchte, aber ich will ja nichts verschweigen…), dann ist es höchstens, dass die restliche Audiospur mit dem grandiosen Soundtrack nicht ganz mithalten kann. Vor allem während der Autorennen klingt der Film leider etwas dünn. Aber das ist Heulen auf hohem Niveau, ich halte „The Wraith“ alles in allem trotzdem für einen faszinierenden Film, der nicht trotz, sondern wegen seines naiven Innenlebens so gut funktioniert. Oder um es mit den Worten von Skank (David Sherrill) zu sagen: „Jesus, this shit’s got some kick!

Bild © Marketing

Memento (Christopher Nolan, USA 2000)

Posted by – 9. Januar 2017

Elementarer als der Wunsch nach Vergeltung ist vielleicht nur die Liebe. Aber um die soll es hier nicht gehen. Sondern um Rache. Nur ganz selten ist das Thema so umfassend, tiefsinnig und clever behandelt worden, wie in Christopher Nolans „Memento“. Schon die Bibel beginnt mit einem Akt des Ungehorsams und der göttlichen Vergeltung. Die Vertreibung aus dem Paradies ist damit gleich auch der erste pädagogische Akt der Geschichte in dem die Zöglinge Rache mit dem ersten Schluck Apfelsaft eingeimpft bekommen. Sich an anderen zu rächen scheint von da an tief in unserem Wesen verwurzelt; kein Wunder also, dass es seit Anbeginn aller Zeiten so viele Geschichten zu dem Thema zu erzählen gibt.

Im Bereich Film gehören zu den großen Werken des Genres sicherlich „Once Upon A Time In The West“ (OT: C’era una volta il West) von Sergio Leone aus dem Jahre 1968. Ein Meisterwerk, ohne Frage und trotz seines unerfreulichen Racheplots ein seltsam positiver Film, zeigt er doch, dass der Wunsch, etwas zu erschaffen, den nach Rache sogar noch überdauert. Ganz anders ist da der mehrfach verfilmte Roman „Moby Dick“ Herman Melville (ich liebe die John-Huston-Version aus dem Jahre 1958!) bei dem die typisch menschliche Eigenschaft der Rachsucht bzw. seine Unfähigkeit zu vergeben, thematisiert wird. Er zeigt eindrucksvoll, dass Rache nichts Individuelles ist, sondern stets in ein System eingebunden ist, welches in letzter Konsequenz mit in den Untiefen des Hasses versinkt. Auch aktuell gibt es immer wieder starke Filme zu dem Thema. Exemplarisch nenne ich hier „Irreversible“ von Gaspar Noé, der mich damals ziemlich durcheinander gebracht hat. Das liegt nicht nur an seinen schonungslosen Gewaltszenen, sondern auch an seiner Erzählweise: Der Film beginnt seine Rache-Geschichte am Ende und arbeitet sich schrittweise zum Anfang zurück. Hierdurch wird ein seltsamer Effekt hervorgerufen: Auch wenn die Vergewaltigung, der Auslöser aller weiteren Ereignisse ist, gesühnt wurde, empfindet der Zuschauer keine Befriedigung. Dadurch, dass das Verbrechen auf die Rache folgt, wirkt es, als wäre man in einer Gewaltspirale, einem ewigen Kreislauf gefangen.

Aber genug von anderen Filmen. Hier soll es ja um Christopher Nolans „Memento“ gehen, den ich vor ein paar Wochen mal wieder gesehen haben. Obwohl: „Irreversible“ und die anderen genannten Titel sind schon eine gute Überleitung… Für mich ist „Memento“ nämlich einerseits die Essenz all dieser Filme sowie andererseits gleichzeitig ein Kommentar auf etwas, das dem Thema Rache wesentlich ist. In Nolans Films geht es um einen Mann namens Leonard (Guy Pearce), der den Mord an seiner Frau aufklären will. Doch er leidet unter einer Störung seines Kurzzeitgedächtnisses und kann deswegen keine neuen Erinnerungen abspeichern. Aus diesem Grund ist er komplett von seinen Aufzeichnungen und Notizen abhängig . Nolan beginnt seinen Film damit, wie Leonard einen Mann erschießt. Wie es dazu kommen konnte, erfährt der Zuschauer erst im weiteren Verlauf. Wie in „Irreversible“ wird auch in „Memento“ die Geschichte rückwärts erzählt. Auch hier ist die anti-chronologische Form kein artifizieller Selbstweckt, sondern dient dem Inhalt, auch wenn sie zusätzlich noch den irritierenden Effekt hat, die Schlusspointe mit der Kraft einer Bombe zünden zu lassen.

Durch diese Erzählweise erreicht Nolan folgendes: Wie der Hauptfigur fehlt auch dem Zuschauer der Überblick, so dass die Frage, ob die Rache hier – egal welchen moralischen Maßstab man anlegt – in irgendeiner Form legitim sein könnte, von Beginn an ad absurdum geführt wird. Am Anfang steht ein geschichtsloses Ergebnis. Ohne triftige Gründe kann es schwerlich das richtige sein, zumal sich – wie im weiteren Verlauf des Films nach und nach herausgearbeitet wird – die Lösung als Folgefehler entpuppt. Doch auch der größte Fehler sieht der Wahrheit täuschend ähnlich, wenn man es nur doll genug möchte; ist er auch noch weniger schmerzlich diese, rutscht man, wie Leonard leicht, in einen niemals endenden Kreislauf, in dem Rache erst zur schmerzlindernden Medizin und schließlich zum Lebenssinn wird.

Mit biblischem Ernst erzählt Nolan seine Rache-Parabel, und ich finde, dass der Ton gut zum Thema passt. Filme wie „Once Upon A Time In The West“, „Moby Dick“ oder eben auch „Memento“ sind existenzialistische und damit quasi religiöse Filme. Sie sagen etwas über unser Leben, etwas über den Sinn – darüber, was Rache für den Menschen bedeutet. Doch selten ist das Ergebnis so vielschichtig und umfassend wie in Nolans Film. Rache ist nicht mehr nur Reaktion auf ein angeblich oder tatsächlich erlittenes Unrecht, sondern (wie die Liebe) etwas urwüchsig elementares, von dem die gesamte Menschheitsgeschichte durchzogen ist, wie der Waldboden von einem Pilzmyzel.

Bild © EuroVideo

German Angst (Jörg Buttgereit, Andreas Marschall, Michal Kosakowski, Deutschland 2015)

Posted by – 30. April 2015

German Angst„German Angst“ bezeichnet eigentlich die „typisch deutsche Zögerlichkeit“, die den Deutschen im angelsächsischen Raum zugeschrieben wird. Dass dieser Film ein Beispiel für eben diese kollektive Charaktereigenschaft ist, kann man allerdings nicht behaupten. Eher ist das Gegenteil zutreffend, denn so radikal und schmerzhaft war wohl schon lange kein deutscher Genre-Beitrag mehr. Somit darf der Titel des Films, der aus drei Kurzfilmbeiträgen von Jörg Buttgereit, Michal Kosakowski und Andreas Marschall besteht, auch eher in seinem eigentlichen Wortsinne verstanden werden: Hier geht es um Ängste, die zwar nicht typisch deutsch, wohl aber auf die ein oder andere Weise mit der Bundesrepublik eng verwoben sind. Damit berührt der Film auf nicht besonders zärtliche Weise einen einen halb freiliegenden Nerv. Und das tut weh!

Den Anfang der Kurzfilmkompilation macht Jörg Buttgereits „Final Girl“. Hier geht es um ein missbrauchtes Mädchen (Lola Gave), das sich rächt. Eigentlich war ich auf „German Angst“ auch vor allem wegen Buttgereits Beitrag gespannt, da mich der Berliner Filmemacher in den 1990er Jahren bereits nachhaltig durch seine beiden „Nekromantik“-Filme verwirrt hat. „Final Girl“ besticht nun weniger durch seine expliziten Gewaltdarstellungen – hier ist er entgegen der Erwartungen sogar relativ zurückhaltend –, sondern durch seine eindrucksvolle Inszenierung und die psychologisch stimmige Charakterisierung von Täter und Opfer. Direkt während des Schauens war ich ob der schmalen Geschichte eher unbeeindruckt, mit zwei Tagen Abstand muss ich jedoch sagen, dass Buttgereits Film am meisten nachwirkt.

Michal Kosakowskis „Make A Whish“ fällt dagegen trotz guter Prämisse in meinen Augen etwas ab. Es geht um ein taubstummes Pärchen, das von Nazis aufgegriffen und grausam gequält wird. Einem Amulett, mit dem Menschen angeblich die Körper tauschen können, kommt in dieser Geschichte eine entscheidende Bedeutung zu. Die Idee ist stark, der Gewaltpegel schwer erträglich, aber leider sind die Figuren zu sehr Klischee und die Geschichte auch recht umständlich erzählt. Vielleicht ist „Make A Whish“ einfach zu sehr Kopfgeburt, um wirklich seine volle Kraft zu entfalten. Was bleibt, ist ein schlechtes Gefühl durch einige wirklich grausame Szenen – aber einen nachhaltigen Eindruck hat der Film bei mir trotz seiner bösen Schlusspointe nicht gemacht.

Ein wenig besser hat mir dann wieder der letzte Beitrag von Andreas Marschall gefallen, auch wenn der ebenfalls nicht ohne Klischees auskommt (Stichwort: Party). Von Marshall, der seine Karriere als Comiczeichner begann und einigen vielleicht auch durch seine Artworks für diverse Metalbands bekannt sein dürfte, kannte ich schon „Tears Of Kali“, der aus meiner Erinnerung heraus ganz ok war. In „Alraune“, den ich mir auch als Comic ganz gut vorstellen kann, erzählt Marshall die Geschichte um einen Modefotografen (Milton Welsh), der die Schattenseiten von sexueller Erfüllung kennenlernen muss. Dass hinter der sichtbaren eine weitere, unsichtbare aber verheißungsvolle Welt liegt, die sich dann allerdings meist als ziemlich abgründig und ambivalent entpuppt, ist ein Thema, das man z.B. in den Werken Clive Barkers häufig findet und das auch immerhin in „Alraune“ touchiert wird. Das bringt ihm das Prädikat „ganz ordentlich“ ein.

Insgesamt ganz ordentlich ist auch die gesamte Horror-Anthologie „German Angst“ mit einem sehr guten und zwei passablen Beiträgen. Es gibt ihn also doch, den deutschen Genre-Film – und er muss sich nicht verstecken. Das haben Jörg Buttgereit, Michal Kosakowski und Andreas Marschall hier eindrucksvoll und schmerzhaft bewiesen. Ein Unding ist es, dass es der aus der breiten Masse herausstechende deutsche Genre-Beitrag fast gar nicht geschafft hat, eine Freigabe ab 18 Jahren zu erhalten und ungeschnitten auf DVD zu erscheinen. Zum Glück hatten die Jugend- und Erwachsenenschützer nach einigem Zaudern doch ein Einsehen und erkannten, dass die deutsche Kurzfilm-Kompilation „German Angst“ zwar äußerst brutal und furchteinflößend, aber keinesfalls gewaltverherrlichend ist.

Bild © Drop-Out Cinema

King Of Ants (Stuart Gordon, USA 2003)

Posted by – 25. Juni 2014

king of antsBei einem Job lernt der Handwerker Sean (Chris McKenna) den Elektriker Duke (George Wendt) kennen, der ihn mit dem zwielichtigen Ray (Daniel Baldwin) bekannt macht. Ray engagiert Sean, er soll jemanden für ihn aus dem Weg räumen. Sean willigt ein, wird jedoch, als er auf seiner Bezahlung besteht, von Ray und seinen Schergen verschleppt und gefoltert. Sean kann entkommen – und beschließt, sich zu rächen.

Ich würde mich nicht als Stuart-Gordon-Fan bezeichnen, schon allein, weil ich einfach noch zu wenige Filme von ihm kenne. Aber zumindest „Re-Animator“ und „From Beyond“ mag ich sehr und „The Pit And The Pendulum“ sowie „Castle Feak“ finde ich immer in Ordnung. Ich war also sehr gespannt auf „King Of Ants“, meinen fünften Gorden-Film, der das Pendel irgendwie in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen würde. Und das hat er auch, allerdings nicht in die erwünschte Richtung. Denn obwohl „King Of Ants“ mir nicht richtig schlecht gefallen hat, wollte der Funke bei dieser Rache-Geschichte nicht überspringen. Was mir fehlte, um den Film richtig würdigen zu können, wären plastischere, nachvollziehbarere Figuren gewesen. Vielleicht tue ich „King Of Ants“ bereits an dieser Stelle ein wenig Unrecht, denn verglichen mit vielen anderen Filmen hat er sich bei den Figuren schon merklich mehr Mühe geben. Die typischen Genre-Knallchargen sucht man jedenfalls vergeblich. Trotzdem hätte das Screenplay von Charlie Higson meiner Ansicht nach, zumindest im Hinblick auf die Hauptfigur, differenzierter ausfallen müssen. So weiß man zwar, dass Sean sich mit Jobs über Wasser hält, aber das er jemand ist, der für ein bisschen Geld bereit ist, einen Mord zu begehen, das überrascht dann doch. Auch anders herum kommt mir der Plan der Bösewichte, Sean so lange auf den Kopf zu hauen, bis er verblödet, angesichts der Situation nicht besonders nachvollziehbar vor. Seltsam: Statt schon während der Misshandlungen auf Rache zu sinnen oder direkt nach der – hallo Zufall! – Rettung durch seinen Kumpel George (Timm Sharp), entschließt sich Sean erst, es seinen Häschern heimzuzahlen, nachdem Susan (Kari Wuhrer), die Frau des Mannes, den er umgebracht hat und mit der er nach seiner Befreiung ein Verhältnis beginnt, durch einen Unfall umkommt. Das ist genre-psychologisch positiv formuliert zumindest unkonventionell.

Ich könnte die Liste, der Dinge, die mir nicht plausibel erscheinen, fortführen, will jetzt aber nicht über das Ziel hinausschießen und mich zu sehr an diesen Details auslassen. Insgesamt hat mir „King Of Ants“ doch recht gut gefallen: Die einfache Geschichte, die aber doch ein paar Kapriolen vollführt, der manchmal fast dokumentarische Stil, ein paar recht seltsame Einfälle, die den Film aus der Masse hervorragen lassen, die teils drastischen, aber irgendwie auch bodenständigen Gewaltszenen… Nur einen neuen großartigen Film von Stuart Gordon habe ich eben nicht gesehen. „Re-Animator“ und „From Beyond“ stehen immer noch alleine da auf weiter Flur.

Bild ©  Whv
 

Retribution (Guy Magar, USA 1987)

Posted by – 15. Februar 2014

RetributionNach über 30 Berlinale-Filmen brauche ich ein wenig Erholung. Schon die ersten Minuten von „Retribution“ prügeln mir ins Gedächtnis zurück, warum Filme gucken eine so tolle Sache sein kann. Selbstbewusst, mit festem Griff, nimmt Magar den Zuschauer an die Hand und zerrt ihn in die Geschichte. Am Anfang steht der Selbstmordversuch von George (Dennis Lipscomb), eines erfolglosen, depressiven Künstlers. Doch er überlebt den Sprung aus dem 4. Stock, sieht sich danach aber von grauenhaften, morbiden Alpträumen geplagt. Nicht einmal seine Psychologin Jennifer (Leslie Wing) kann ihm helfen. Plötzlich wird L.A. von einer Mordserie erschüttert, deren Details George aus seinen Träumen kennt. Hat George etwas damit zu tun?

Der Film wirkt wie ein im Entstehen begriffenes Gemälde, dessen Formen nur undeutlich zu erkennen und dessen Umrisse mit bunten Farbklecksen gezeichnet sind, oder vielmehr vor den Augen des Zuschauers mit schnellen Strichen und Tupfern immer mehr Gestalt annehmen. So entsteht ein Bild, das unverkennbar ein Produkt der 1980er Jahre ist, und das mich anfangs stimmungsmäßig ein klein wenig an „Jakob’s Ladder“ mit einer Prise „Scanners“ erinnert, aber dennoch sehr eigenständig daher kommt. Guy Magar, ein Regisseur von dem ich vorher noch nichts gehört hatte, vielleicht weil er bis auf wenige Ausnahmen für’s Amerikanische TV gedreht hat, macht in diesem Film alles richtig. Die Story um einen dem Tode entronnenen Künstler, der zum Werkzeug einer fremden Macht wird, erfindet sicherlich den übernatürlichen Rache-Thriller nicht neu, gibt dem Zuschauer aber audio-visuell die volle Breitseite und lässt auch, was die Intensität der Mordszenen angeht, die meisten Genre-Vertreter hinter sich: Da schlitzt sich z.B. eine Frau selber den Bauch auf, ein Mann, trennt sich selbst mit einem Bunsenbrenner die Hand vom Arm und ein anderer wird in einen Schweinetorso gestopft und hinterher zersägt. Das ist alles ganz schön heftig. Auf der anderen Seite überrascht „Retribution“ mit viel Zärtlichkeit. Die Beziehung zwischen George und der Prostituierten Angle (Suzanne Snyder) ist wirklich rührend wie überhaupt die ganze Straßenstrich- und Kunst-Szene, in der sich der Protagonist bewegt, was „Retribution“ zusätzliche Charisma-Punkte gibt.

Warum der Film hierzulande zu unbekannt ist, verwundert mich. Ich kann nur vermuten, dass es an dem Fehlen eines charismatischen Bösewichts à la Freddy, Jason o.ä. liegt. Bei mir jedenfalls hat diese Mischung aus Gewalt und Gefühl, visuellem Ideenreichtum und fiebriger Achtziger-Neon-Optik und nach vorne erzählter Geschichte voll ins Schwarze getroffen. „Retribution“ (= dt. Vergeltung), dessen deutscher Titel „Die Rückkehr des Unbegreiflichen“ wie so oft keinerlei Beziehung zum Film aufweist, ist meine Horror-Neu-Entdeckung des Monats, ja, vielleicht des Jahres. Ich würde nicht einmal ausschließen, dass ich Magars Horror-Granate irgendwann zu meinen persönlichen Klassikern des Genres zählen werde.

Bild © e-m-s
 

WΔZ (Tom Shankland, Großbritannien 2007)

Posted by – 12. Oktober 2013

WΔZ#horrorctober zum Zweiten. Ich habe mir Tom Shanklands „WΔZ“ angeschaut.

Der zynische New Yorker Cop Eddie Argo (Stellan Skarsgard) und seine neue Partnerin Hellen Westcott (Melissa George) ermitteln in einem besonders grausamen Fall. In einem New Yorker Problemviertel geschehen Morde nach dem gleich Muster: Den zwei Opfern wurden entweder durch Strom getötet oder zu Tode gefoltert. Einem der beiden wurde immer das Zeichen WΔZ (W-Delta-Z) in die Haut geritzt. Bald finden die Cops heraus: Der Killer unterzieht seine Opfer einem teuflischen Test – entweder selbst zu sterben, oder die Person, die man liebt, zu verlieren.

Ehrlich gesagt, hätte ich mir „WΔZ“, dessen Inhaltsangabe verdächtig nach Filmen wie „Saw“ und dessen Nachahmern klingt, gar nicht angesehen – wenn ich nicht eine sehr neugierig machende Kritik in meinem Lieblingsblog gelesen hatte. Und „WΔZ“ ist tatsächlich weniger Vertreter der von mir sehr gering geschätzten Torture-Porn-Welle, sondern lässt sich besser mit Filmen wie David Finchers meisterlichem „Seven“ vergleichen – auch wenn er dessen Klasse nicht erreicht. Was Shankland aber richtig gut gelingt, ist, dem Zuschauer ein Gefühl von Trostlosigkeit zu vermitteln. Auch wenn in dem Film im Gegensatz zu Finchers Film ab und an ein wenig trübes Sonnenlicht auf die schmutzigen Straßen von New York fällt, gibt es – und darin sind sich die beiden Filme sehr ähnlich – hier keinen Hoffnungsschimmer. Und diese Tristesse mag ich an „WΔZ“.

Leider wirkt Shanklands Rachegeschichte dann doch etwas zu sehr wie am Reißbrett entworfen. „But the.. the equation.. it was all so clear“ sagt der Killer irgendwann im Film. Aber genau mit dieser Gleichung und der daraus resultierenden, umständlichen Art der Vergeltungstaten nach wissenschaftlicher Formel hat „WΔZ“ für mich seine Glaubwürdigkeit arg strapaziert. Dass der Racheengel beweisen möchte, dass es Liebe wirklich nicht gibt, ist vor dem Hintergrund des ihm geschehenen Unrechts verständlich, ja, sogar die Idee, dass er nicht in erster Linie aus Wut tötet, sondern aus Scham darüber, wozu ihn die Täter (die nun seiner Opfer sind) getrieben haben, fasziniert; aber die von ihm erdachte Versuchsanordnung ist nun wirklich nicht der naheliegendste Weg zur Überprüfung dieser Hypothese. „Seven“ ist zwar in gewisser Hinsicht mehr ein Endzeitfilm als ein realistischer Thriller, aber trotzdem auf erschreckende Art und Weise plausibel. Für „WΔZ“ gilt das, trotz einer wirklich interessanten Interpretation der Täter-Opfer-Rolle leider nicht.

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„Night Train Murders“ (Aldo Lado, Italien 1975)

Posted by – 23. Juni 2012

Margaret (Irene Miracle) und Lisa (Laura D’Angelo) wollen mit dem Zug von München nach Italien, um mit Lisas Eltern gemeinsam Weihnachten zu feiern. Im Zug stoßen sie auf  zwei Kriminelle, Blackie (Flavio Bucci) und seinen heroinsüchtigen Kumpel Curly (Gianfranco De Grassi), die auf der Flucht vor der Polizei sind. In Innsbruck müssen Margret und Lisa allerdings umsteigen – und finden sich auf einmal in einem fast verlassenen Nachtzug mit den beiden Ganoven wieder.

Zunächst war ich sehr skeptisch, als ich Aldo Lados „Night Train Murders“ (OT: L’ultimo treno della notte) eingelegt habe. Weder habe ich ein Faible für Terror-Filme im Allgemeinen, noch kann ich mit Wes Cravens „Last House On The Left“ (1972) besonders viel anfangen, als dessen heimlicher Nachfolger „Night Train Murders“ manchmal bezeichnet wird. Auch nach dem Film bin ich immer noch kein sonderlich großer Freund des Genres, muss aber zugeben, dass er mich positiv überrascht hat. Schon die ersten Minuten, in denen zu seltsamer Schlagermusik Rüpel Blackie und Curly einen Weihnachtsmann verkloppen und ausrauben, haben was und deuten die Stoßrichtung des Films an; im weiteren Verlauf steigern sich Lado und sein Team, Kameramann Gábor Pogány und Cutter Alberto Gallitti, visuell, aber auch in Sachen Suspense immer mehr und zeigen, dass sie echte Könner sind. Und auch der Score ist von Ennio Morricone und wie in dessen musikalischem Opus Magnum „Once Upon A Time In The West“ (OT: C’era una volta il West) wird auch in „Night Train Murders“ eine traurige Melodie, die von der Trostlosigkeit des Diesseits erzählt, mit einer Mundharmonika gespielt.

Aber nicht nur was die Form betrifft, auch inhaltlich, ist „Night Train Murders“ trotz der großen Ähnlichkeit lange nicht so ein Schmarrn wie „Last House On The Left“. Interessant ist, dass Blackie und Curly anfangs in gewisser Weise sogar noch als eine Art Rebellen dargestellt werden, die sich über gesellschaftliche Normen hinwegsetzen und dabei sogar schon mal deutlich machen, dass auch hinter der bürgerlichen Fassade nicht als Gold ist, was glänzt. Als sie z.B. eine Gruppe älterer Herren im Zug mit einem Hitler-Gruß grüßen, salutieren die Alt-Nazis reflexartig zurück. Im verlassenen Nachtzug übertreten die beiden Männer dann allerdings die letzte Grenze – und fallen über Margaret und Lisa her. Doch auch hier bleibt „Night Train Murders“ interessant. Denn auch wenn die beiden Männer zweifellos die Aggressoren sind, sorgt doch eine geheimnisvolle, offensichtlich wohlhabende Frau (Macha Méril), die Blackie im anderen Zug kennengelernt hat und die seitdem die beiden Männer begleitet, erst für die Atmosphäre, welche die Situation eskalieren lässt.

Zum Schluss holt das Establishment die beiden „Freidenker“ allerdings in Form von Lisas Eltern wieder ein und sie müssen dafür büßen, dass sie sich radikal außerhalb aller Normen bewegt haben. Dass es aber letzten Endes die Gesellschaft ist, die Gewalt hervorbringt, ist in „Night Train Murders“ immer mitgedacht. Bestraft werden die gesellschaftlich Schwachen. Die reiche Dame aus dem Zug richtet ihren Schleier und macht sich von dannen.

Bild © Shameless
 

What Have You Done To Solange? (Massimo Dallamano, Italien 1972)

Posted by – 25. März 2012

Nach „Der Tod trägt schwarzes Leder“ (OT: La polizia chiede aiuto) war „What Have You Done To Solange?“ (OT: Cosa avete fatto a Solange?) mein zweiter Film von Massimo Dellamano. Shame-Fact: Ich habe bisher nicht einmal „Für eine Handvoll Dollar (OT: Per un pugno di dollari) oder „Für ein paar Dollar mehr“ (OT: Per qualche dollaro in più) bewusst gesehen, bei denen Dellamano den Kameramann gemacht hat. Wobei sich das Schämen auch in Grenzen hält. Western konnte ich noch nie wirklich etwas abgewinnen.

Wie dem auch sei: „What Have You Done To Solange?“ Die Frage stellt sich erst später im Film. Am Anfang steht – wie sollte es anders sein – ein grausames Verbrechen: Der Sport- und Italienischlehrer Henry Rossini (Fabio Testi) vergnügt sich gerade mit einer seiner Schülerinnen im Londoner Hyde Park als das junge Mädchen plötzlich einen Mord gesehen haben will. Rossini glaubt dem Mädchen anfangs nicht. Erst als am nächsten Tag in der Presse von einer gefundenen Frauenleiche berichtet wird, begibt  sich der Lehrer an den Tatort – nur um daraufhin selbst ins Visier der Polizei zu geraten. Inspektor Barth (Joachim Fuchsberger) von Scotland Yard erkennt schnell, dass Rossini nicht der Mörder ist, bemerkt aber auch, dass der Mann einiges zu verbergen hat und es auch in der Schule des Mädchens vor Geheimnissen nur so wimmelt.

In Deutschland hat man versucht, Dellamanos Film unter dem Titel „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ als Edgar-Wallace-Film zu vermarkten. Was die Spannung und das Rätselhafte dieses Krimis angeht, gibt es tatsächlich einige Ähnlichkeiten zu der einen oder anderen Verfilmung, die auf Werken des britischen Schriftstellers Wallace beruhen. Zudem bietet natürlich Joachim Fuchsberger  eine gewisse Verbindung zu den Wallace-Streifen. Was die Stimmung anbelangt, könnte der Unterschied allerdings kaum größer sein. Der Ton, den Dellamanto in „What Have They Done To Solange?“ anschlägt, ist von Beginn an rau und eisig. Das liegt gar nicht so sehr an den brutalen Verbrechen, sondern an der Stimmung der ganzen Geschichte. Der erste Mord legt eigentlich nur offen, wie verdorben das ganze System ist. Das Verhältnis des Lehrers zu einem zu jungen Mädchen und das „Verständnis“ seiner Kollegen gehören noch zu den beinahe nachvollziehbaren Aspekten der Geschichte. Je tiefer Kommissar Barth gräbt, desto schwärzer wird die Erde. Und am Ende ist einfach nur abgrundtiefe Dunkelheit.

Lange Rede: Mir hat „What Have You Done To Solange?“ richtig gut gefallen. Nicht nur, weil er überdurchschnittlich spannend war. Ich mochte, dass die Figuren nicht die sind, als die sie im ersten Moment erscheinen – oder sich zumindest nicht so verhalten, wie man es von ihnen erwartet. Der Held: Ein Lehrer, der auf junge Schülerinnen steht. Der Inspektor ein genervter, unsensibler Geselle. Die Mädchen.. naja, und so weiter. Und am Ende, wenn der Fall gelöst ist und man bei anderen Filmen eine gewisse Zufriedenheit darüber empfinden mag, dass alles aufgeklärt und der Schuldige gefasst ist, habe ich im Falle dieses Films nur eine trostlose Leere empfunden. So müssen Krimis sein!

Und noch einen Satz zur DVD-Fassung. Ich habe die verglichen mit dem Original um 7 Minuten gekürzte deutsche Fassung gesehen. Eigentlich voll doof. Aber wie ich denke herauszulesen war, haben diese fehlenden Minuten mir den Film nicht verdorben. Bei der nächsten Sichtung dann aber auf alle Fälle uncut.

Bild © Tobis