Tag: Robert Downey Jr.

Spider-Man: Homecoming (Jon Watts, USA 2017)

Posted by – 13. Juli 2017

Trotz Filmkrise schaffe ich es alle Jubeljahre doch mal ins Kino. Für Kino-Zeit.de habe ich mir „Spider-Man: Homecoming“ angesehen – und für gut befunden. Das kam für mich ehrlich gesagt ein wenig überraschend, denn nach dem etwas unglücklichen Ausklang des an sich fantastischen Raimi-Runs und den beiden schrecklichen Nachfolgern („The Amazing Spider-Man“, nachzulesen hier und hier sowie ,„The Amazing Spider-Man 2“), hatte ich nicht damit gerechnet, dass ein so baldiger Reboot und die Integration von Spider-Man das erzählerisch doch ziemlich schlichte Marvel Cinematic Universe meinen Geschmack treffen würde. Aber doch, was Jon Watts („Clowns“) da abgeliefert hat, hat mir irgendwie gefallen. Watts schafft es, die Comic-Vorlage sowie die Vorarbeit seiner Regisseurkollegen zu ehren und gleichzeitig noch etwas Interessantes zur Figur wie auch zum aktuellen Superhelden-Kino beizusteuern. Aber ehe ich weiter schreibe – klickt doch einfach hier und lest selbst.

Captain America: Civil War (Anthony Russo, Joe Russo, USA 2016)

Posted by – 25. April 2016

Wenn Superhelden die Welt retten, geht oft so einiges kaputt. Dass dabei auch Menschen umkommen, wird in Film und Comic allerdings oft verschwiegen. Nachdem DC in Zach Snyders „Batman V Superman: Dawn Of Justice“ dieses Thema angegangen ist, zieht nun auch Konkurrent Marvel nach lässt die Regisseure Anthony Russo & Joe Russo, die sich schon mit „Captain America: The Winter Soldier“ für einen der besten Marvel-Filme verantwortlich zeichneten, das Kind aus dem Brunnen holen, frei nach dem Motto: Ernst, das können wir auch! Das Ergebnis, „Captain America: Civil War“, kann sich, wie ich finde, nicht nur sehen lasse – es ist ein Highlight innerhalb des leider etwas eintönigen Marvel Cinematic Universe. Dabei erfinden Russo & Russo das Rad gar nicht neu, im Gegenteil – ihr Film fügt sich bestens in die Reihe der bereits existierenden Filme ein. Aber sie schaffen es eben auch, das Franchise in eine neue, ernstere Richtung zu lenken, Akzente zu setzen indem sie einen zeitgemäßen, nachvollziehbaren Konflikt präsentieren, die Figuren glaubhaft agieren lassen und kraftvolle Szenen kreieren, die in Erinnerung bleiben. Ich hoffe, dass der eingeschlagene Weg weiter beschritten wird, ich glaube, es ist der richtige. Auf Kino-Zeit habe ich ein wenig mehr dazu geschrieben.

Iron Man 3 (Shane Black, USA 2013)

Posted by – 3. Mai 2013

Eigentlich wollte ich das Blog mit einer schwungvollen „Iron Man“-Retrospektive rocken an deren Ende dann der glorreiche dritte Teil rezensiert worden wäre. Aber wie das immer so ist. Lust und Laune sind so unberechenbar wie das Wetter, weswegen ich die  Besprechung zu Teil eins und zwei erst einmal verschiebe und bezüglich des dritten auf meine Kritik bei Kino-Zeit.de und meine Unterhaltung mit Michael, Patrick und Sophie verweise. Nur soviel: Mir hat der Shane Blacks Sequel  ziemlich gut gefallen. Black ist nicht nur ein würdiger, sehr unterhaltsamer, sondern auch ein cleverer „Iron Man“-Teil gelungen: Stark gespielt, hervorragende, spritzige Dialoge, explosiv und trotzdem mit Gespür für den einen oder anderen ruhigen Moment. „Iron Man 3“ ist nicht ohne Fehler. Aber wie auch der „Iron Man“-Rüstung ihre Dellen habe zumindest ich dem Film ein paar Macken gern verziehen. Alles weitere am angegebenen Orte.

The Avengers (Joss Whedon, USA 2012)

Posted by – 29. April 2012

Wäre ich Anführer einer Superhelden-Gruppe, würde ich sie bestimmt nicht „Die Rächer“ nennen. Das wäre mir irgendwie peinlich. Trotzdem. Joss Whedons „The Avengers“ gehörte für mich zu den meisterwarteten Filmen 2012.  Nachdem ich vorletzte Woche zur Pressevorführung leider krank war (und mich zu Hause mit Rob-Zombie-Filmen vergnügen durfte), habe ich diesen Most-Wanted nun gestern endlich in der regulären Vorstellung nachgeholt. Auch wenn meine hohen Erwartungen nun bestimmt nicht übertroffen und vielleicht sogar nicht einmal ganz erfüllt wurden, war „The Avengers“ zweifellos ein starker Superheldenfilm.

„The Avengers“ schließt an die Handlung von „Thor“ an, aber auch die Kenntnis von „Captain America: The First Avenger“ und den beiden „Iron Man“-Teilen schadet nichts: Loki (Tom Hiddleston), Halbbruder des Donnergottes Thor (Chris Hemsworth) hat sich mit einer außerirdischen Streitmacht verbündet, um die Erde zu erobern. Nick Fury (Samuel L. Jackson), der Kopf der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D., trommelt deswegen seine Rächer zusammen, um der Bedrohung Herr zu werden. Doch auch wenn die Helden – Thor, Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans), Hulk (Mark Ruffalo), Hawkeye (Jeremy Renner), Black Widow (Scarlett Johansson) – allesamt über beeindruckende Fähigkeiten verfügen, sind sie doch Einzelgänger und die Arbeit im Team nicht gewöhnt. Ein Umstand, den Loki hinterlistig ausnutzt…

Ich fange mal hinten an: Die letzte halbe Stunde, die gefühlt noch eine ganze Weile länger gedauert hat, gehört für mich nicht zu den Stärken des Films. Gesichtslose Außerirdische greifen die Erde bzw. zunächst einmal New York an und kriegen von den Rächern mit großem Krawums eins auf den Deckel. Das ist tricktechnisch durchaus beeindruckend und der ein oder andere Gag sorgt dafür, dass der Showdown seine Höhepunkte hat. Ich bin allerdings überhaupt kein Freund von solchen Materialschlachten, sie langweilen mich sehr schnell. Gelangweilt habe ich mich in diesem Fall zwar nicht, aber ich war auch nicht allzu weit davon entfernt. Aber wahrscheinlich sind solche Actionexzesse einfach ein Zugeständnis an Otto-Normal-Kinozuschauer, der ja auch dafür verantwortlich ist, dass sich Mist wie „Battleship“ seit ein paar Wochen an der Spitze der Deutschen Kinocharts hält. Wobei das bombastische Finale von Whedons Film zum Glück um Längen besser ist als alles, was Peter Berg seiner Schiffe-Versenken-Verfilmung gelungen ist.

Die Stärken von „The Avengers“ liegen allerdings weder in den guten Special Effects noch bei der – ebenfalls überzeugenden – Action, sondern, wie bei Joss Whedon üblich, in der Art und Weise wie die Figuren miteinander funktionieren. Schon „Buffy“, „Dollhouse“, „Firefly“ und „Serenity“ waren auch und vielleicht sogar vor allem deswegen so gut, weil zwischen den Figuren etwas passierte und Whedon in der Lage war, diese Chemie in grandiose Dialoge zu überführen. Das gelingt ihm auch bei „The Avengers“. Ganz egal, ob Black Widow versucht, Bruce Banner zu überzeugen, zum Team hinzuzustoßen, Iron Man und Thor aneinander geraten oder Phil Coulson (Clark Gregg) Captain America von seiner Leidenschaft für Superhelden-Sammelkarten erzählt – alle Szenen sind unglaublich charmant und witzig. Ebenfalls sehr gekonnt ist es, wie Whedon stets den Überblick behält und alle Figuren zu ihrem Recht kommen lässt. Niemand steht unangenehm im Vordergrund, allen wird die gleiche Aufmerksamkeit zuteil. Und sogar Figuren wie der einfach gestrickte Captain America in seinem komischen Kostüm wirkt in Whedons Film auf einmal nicht mehr so peinlich wie in Joe Johnston „Captain America – The First Avenger“. Whedon hat seine Helden alle lieb und macht interessante Einzelfiguren zu einer starken Truppe. Wenn ich der Anführer einer Gruppe Superhelden wäre, würde ich sie vielleicht auch „Die Rächer“ nennen.

Bild © Walt Disney