Tag: Robert Zemeckis

Trespass (Walter Hill, USA 1992)

Posted by 19. Juli 2015

TrespassDen beiden Feuerwehrmännern Vince Gillian (Bill Paxton) und Don Perry (William Sadler) fällt eine Schatzkarte in die Hände. In einem verlassenen Gebäude soll die Beute eines Kirchenraubs versteckt sein. Gold! So viel Gold! Hoffnungsfroh machen sich die beiden Männer auf die Suche, nicht ahnend, dass das Gebäude zur gleichen Zeit auch von King James (Ice-T) und seiner Gang zwecks Hinrichtung eines Rivalen besetzt wird. Und Zeugen können die Gangster natürlich nicht gebrauchen.

Ich kenne bisher nur wenige Filme von Walter Hill, und „Trespass“ legt den Schluss nahe, dass das ein großer Fehler ist. Zwar wird der Gesamteindruck ein wenig durch das linkische Schauspiel des Duos Ice-T & Ice-Cube geschmälert, aber ansonsten ist dies ein Film nach einem Drehbuch von Bob Gale und Robert Zemeckis ganz nach meinem Geschmack: hard-boiled, direkt, voller Action und trotzdem mit dem gewissen Subtext, der die Abenteuerfilme der letzten Dekaden kurzerhand auf die Müllhalde der Vergangenheit verweist. Glorreiche Abenteuer, edle Helden und echte Freundschaft, ja schöne Geschichten über Menschen, die etwas Tolles erleben – so die Aussage des Films – gibt es heute nicht mehr. Aber warum? Weil der Mensch gierig ist und das macht ihn hässlich. Goodbye Abenteuerfilm, Tschüss Buddymovie, Hallo „Trespass“!

Und weil ich eigentlich gar nicht mehr zu sagen habe, als dass ich den Film großartig finde, ende ich mit diesem von Wikiquote geklauten, aber sehr treffenden Sinnspruch: „Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt! Denn es ist besser, sie zu erwerben, als Silber; denn ihr Ertrag ist besser als Gold. Sie ist edler denn Perlen; und alles, was du wünschen magst, ist ihr nicht zu vergleichen.“

Amen.

Bild © Koch Media

Back To The Future (Robert Zemeckis, USA 1985)

Posted by 9. Dezember 2012

Die letzte Reise zurück in die Zukunft ist schon etwas länger her. Aber vorgestern war es endlich mal wieder soweit. Ich will gar nicht viele Worte zu diesem sehr schönen Film machen. Hier nur ein paar Gedanken, was mir bei dieser Sichtung durch den Kopf gegangen ist.

Marty McFly (Michael J. Fox) reist mit Hilfe einer von Dr. Emmett L. Brown (Christopher Lloyd) entworfenen Zeitmaschine in das Hill Valley des Jahres 1955, wo er aus Versehen verhindert, dass seine Eltern, Lorraine (Lea Thompson) und George (Crispin Glove), ein Liebespaar werden. Zusammen mit dem Doc Brown der Zeit versucht er die Dinge wieder in Ordung zu bringen.

„Back To The Future“ ist ein wichtiger Film meiner Jugend, den ich zigmal gesehen habe. Trotzdem konnte er schon früher irgendwie nicht ganz mit meinen Lieblingsfilmen mithalten. Etwas hat mich an dem Film gestört. Vielleicht waren es diese Masken, mit denen Lea Thompson, Crispin Glove und Thomas F. Wilson, der den Arsch Biff Tannen spielt, auf Alt getrimmt wurden. Heute, mit etwas Abstand, ist das mulmige Gefühl immer noch da und ich kann auch etwas differenzierter sagen, was mich stört. Zum einen hat das was mit der Moral Geschichte zu tun, nämlich dass man mit einem ordentlichen Kinnhaken alle Probleme lösen kann und, dass sich ein gutes Leben vor allem dadurch auszeichnet, dass man einen fetten Wagen in der Garage hat. Auch die Frauenrollen sind wenig gelungen: Claudia Wells darf ein paar Szenen Martys Freundin Jennifer Parker spielen, und Lea Thompson muss das einfach gestrickte Mädchen der 1950er Jahre spielen, die jedem hinterher steigt, der die richtigen Unterhosen anhat.

Nicht falsch verstehen: „Back To The Future“ ist ein wirklich unterhaltsamer Film, den ich sehr mag und immer wieder gerne sehe. Michael J. Fox und Christopher Lloyd sind einfach ein tolles Team, die Ausstattung des Films stimmt ebenfalls. Außerdem macht der Film neugierig: Wer würde nicht gerne mal in die Zeit der Eltern zurückreisen und sehen, wie es in der Zeit vor seiner Geburt war? Ich würde sofort in den DeLorean steigen und die Reise in die Zeit vor 1975 antreten. (Wobei ich eine Reise mit H.G. Wells Zeitmaschine in die Zukunft sogar noch vorziehen würde…) Aber „Back The The Future“ ist nicht nur ein kurzweiliger Unterhaltungsfilm, sondern er hat eine Botschaft: Die Vergangenheit bestimmt die Zukunft. Das mag trivial klingen, aber ich glaube, dass das von meiner geschichtsvergessenen Generation gerne mal verdrängt wird. Eine Dosis „Back To The Future“ könnte helfen, sich wieder zu vergegenwärtigen, dass sich die Gegenwart durch unsere in der Vergangenheit getroffenen Entscheidungen konstituiert und – wichtiger – dass wir die Zukunft durch das, was wir heute tun, gestalten. (/ökomode)

Bild © Universal