Tag: Splatter

The Mutilator (Buddy Cooper, USA 1985)

Posted by – 11. Juli 2016

The Mutilator„Mutilate“ – das heißt verstümmeln. Wie gut der Titel zu Buddy Coopers Film passt, ist mir aber erst mit etwas Abstand klar geworden. Natürlich geht der Antagonist des Films ganz und gar nicht sanft mit seinen Opfern um. Wenn ich nicht irre, meint der Name des Films aber noch etwas anderes. Dazu gleich mehr.

Die Geschichte von „The Mutilator“ ist ein wenig sonderbar, aber simpel: Ein Junge tötet aus Versehen seine Mutter. Sein Vater kann ihm nicht verzeihen und rächt sich Jahre später blutig an seinem Sohn und dessen Freunden. Das Gefühl, das dieser Film bei mir auslöst, ist schon um einiges komplexer. Die scheinbare Unbefangenheit des Sohnes, das Glück, das er während seines Ausflugs ins elterliche Heim mit seinen Freunden empfindet, steht im Kontrast zur grenzenlosen Verletztheit seines Vaters, die in ultrabrutalen Morden ihren blutigen Ausdruck findet. Die ältere Generation, die der jüngeren missgönnt, dass es ihr gut geht oder sogar die Schuld für die eigene Misere gibt, ist ein wie ich finde recht interessanter Subtext des Films, der soweit ich das überblicke, in Rezensionen nicht thematisiert wird. Zumal man dieses Verhältnis zwischen Jung und Alt ja auf verschiedene mögliche reale Relationen der Generationen beziehen kann: Den (Vietnam-)Krieg beispielsweise, an dem die einen noch kauen, während die anderen bitteschön nichts mehr davon wissen und lieber Spaß haben wollen. Oder auch die Freude der Jugend an Gewaltfilmen, die von den alten Sittenwächtern mehr als skeptisch beäugt wird. Denn – und hier kommt meine These –: die Alten setzen ja auch das Messer an, um die teuflischen Filme ihrer Kinder aufs Grausamste zu verstümmeln.

Vielleicht geht gerade mal wieder die Interpretation mit mir durch, aber könnte es nicht sein, dass der brutale „The Mutilator“ eigentlich (der Versuch) eine(r) Satire ist? Dazu passen würden ja auch noch einige weitere Seltsamkeiten, die ins Auge stechen, wenn man erst einmal anfängt, genauer hinzusehen. Z.B. ein weiterer Kontrast: Einerseits ist da diese große Brutalität, andererseits aber gibt es auch immer wieder einige komödiantische Ausflüge, die sich von diesem auf den ersten Blick recht trostlosen Film auffällig abheben. Dazu gehören eine sonderbare Zeitraffersequenz wie die im Abspann gezeigten Outtakes. Was einerseits nicht so recht passen will, macht beim vorgeschlagenen Interpretationsansatz doch irgendwie Sinn finde ich. Zumal sich vor diesem Hintergrund auch ein paar weitere Besonderheiten gut einfügen: So ist der Mörder die ganze Zeit bekannt. Überhaupt geht Cooper sehr offen mit dem Täter um. Der Zuschauer weiß wer es ist, meist wo er sich aufhält, und über die Motive gibt es eigentlich auch nichts zu diskutieren. Wenn der Film wirklich eine Satire auf die bzw. eine Kritik an der Zensurwut der Alten ist, die vermeintlich zum Schutz der Jugend, in Wirklichkeit aber aus einer reaktionären Haltung heraus, Kunst ihrer Kinder lieber zerstören als den Versuch zu unternehmen, sie zu verstehen, dann ist es natürlich ein subtil wunderbarer Zug von Cooper, kein Geheimnis daraus zu machen, wer hier der Bösewicht ist. Und wer gegen diese Deutung jetzt einwendet, es sei schließlich der Junge gewesen, der seine Mutter getötet und damit sozusagen den Krieg begonnen hat, der darf ruhig mal darüber nachdenken, wer denn hier ein Gewehr in der Wohnung leicht zugänglich stehen hatte.

Diese Eigenschaften, die seltsame Prämisse, die Brutalität und einige „Kontraste“, lassen „The Mutilator“ mehr als nur ein kleines bisschen aus der Masse der 1980er-Jahre-Slasher heraustreten. Wie gut ich den Film jetzt fand, kann ich nach der Erstsichtung noch gar nicht sagen. Nicht schlecht jedenfalls. In mancherlei Hinsicht bemerkenswert. Er ist wieder so ein Film, aus dem ich die meisten Morde dank des in meiner Schulzeit herumgereichten VHS-Tapes schon kannte, den ich aber nun zum ersten Mal in voller Länge gesehen habe. Zumindest fast. Denn ich habe nur die um 7 Sekunden gekürzte DVD von Vipco gesehen, bei der es zwar auch heftig zur Sache geht, der aber manche Gewaltspitzen fehlen. Eine komplett ungeschnittene Version hinterlässt möglicherweise noch einen anderen Eindruck. Wobei wir wieder beim Thema wären: Zensur. Und angesichts meiner Deutung ist es ja eigentlich auch ganz passend, den Verstümmer in einer geschnittenen Version zu sehen.

Bild © Vipco

Evil Dead (Fede Alvarez, USA 2013)

Posted by – 13. April 2013

Evil Dead RemakeGestern habe ich noch für die kommende, zwölfte Ausgabe des AGM geschrieben, dass es sich beim demnächst im Kino anlaufenden „Evil Dead“ um ein gelungenes Remake des Raimi-Klassikers handelt. Heute, nachdem ich  einmal drüber geschlafen habe, möchte ich diese Aussage zwar nicht revidieren, allerdings doch ein wenig relativieren bzw. ins rechte Licht rücken. Ich bin immer noch der Meinung, dass der Film von Fede Alvarez seine Vorzüge hat. Aber ich denke auch, dass bei einer Neuinterpretation eines Stoffs erkennbar sein sollte, inwieweit sie künstlerischen Mehrwert darstellt. Und das fehlt mir bei diesem Remake leider etwas.

Alvarez übernimmt die Grundprämissen von Raimis Film (Wald, Hütte, Necromonicon), weicht aber im Detail recht stark von der Originalgeschichte ab: Hier geht es um David (Shiloh Fernandez), der mit seinen Freunden Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci) und Natalie (Elisabeth Blackmore) in der Waldhütte Urlaub machen will, der sich aber gleichzeitig noch um seine Schwester Mia (Jane Levy) kümmern muss, die gerade versucht von ihrer Heroinsucht loszukommen. Allerdings läuft diese, im Vergleich zum Original durchaus differenziertere Figurenkonstellation ins Leere: Mias Drogensucht, die durchaus das Potenzial geboten hätte, der Besessenheit durch Dämonen eine neue Facette abzugewinnen, wird im Folgenden kaum weiter thematisiert. Und auch die Beziehung zwischen Mia und ihrem Bruder sowie der Konflikt zwischen ihnen werden nicht entwickelt. Was weiterhin an dem Remake auffällt (was ihn aber ebenso wenig wie die inhaltlichen Änderungen signifikant vom Original unterscheidet), sind die rabiaten, aber gut gemachten Splatter-Einlagen: Da werden Gliedmaßen abgesägt, Knochen zertrümmert, Körper zerteilt oder mit Nagelschussgeräten bearbeitet. Wahrscheinlich ist diese kompromisslose Härte, die in ihrer Übertreibung aber gleichzeitig schon wieder einen Schritt in Richtung Komödie macht und hierin die größte Nähe zum Original hat, der stärkste Aspekt des Films. Aber Ramis „Evil Dead“-Filme sind ja nicht deswegen so großartig, weil sie blutrünstig sind, sondern weil sie einen ganz eigenen Ton haben und vor inszenatorischem Einfallsreichtum nur so wimmeln. Was der 1978 in Montevideo geborene Regisseur hier zeigt, kann sich durchaus sehen lassen. Von der überbordenden Kreativität Raimis, der, als er 1981 „The Evil Dead“ drehte, erst 23 Jahre alt war, ist Alvarez allerdings ziemlich weit entfernt.

„Evil Dead“ ist geradliniger, blutrünstiger Horror, der zeigt, dass auch nach „Cabin In The Woods“ noch Filme über Hütten im Wald möglich sind. Insofern: gelungen. Es ist ein Film für Leute, die sehen wollen, wie sich jemand mit einem Brotmesser den Arm absägt. Insofern: gelungen. Doch Alvarez Remake ist eben auch eines, das Experimentierfreude und eigene Ideen – vom feurige Finale vielleicht einmal abgesehen – schmerzlich missen lässt und dem Original deswegen in keiner Hinsicht das Wasser abgraben kann. Wer die Filme von Sam Raimi liebt, wird dieses Remake nicht unbedingt hassen, würde vermutlich aber sehr gut ohne es auskommen.

Bild © Sony
 

Two Thousand Maniacs! (Herschell Gordon Lewis, USA 1964)

Posted by – 28. März 2013

2000 maniacsDie Videothek bei mir um die Ecke ist vermutlich eine der schlechtesten in ganz Berlin: Geringe Auswahl; und die ranzigen Gebrauchtfilme sind teurer als neue bei Mediamarkt oder Amazon. Neulich jedoch hab ich mal ein Schnäppchen gemacht: Herschell Gordon Lewis „Two Thousand Maniacs!“ für 1,80 Euro.

Das kleine Südstaaten-Städtchen Pleasant Valley und seine Bewohner sehen auf den ersten Blick ganz harmlos aus. Doch alle 100 Jahre steht ein Jubiläum der ganz besonderen Art an: Die Durchreisenden aus dem Norden ahnen anfangs noch nicht, dass sie die Hauptattraktion der Feierlichkeiten sein sollen – und dass sie diese nicht überleben werden.

„Two Thousand Maniacs“ hat schon deswegen den Status als Klassiker inne, weil er als einer der ersten Splatterfilme gilt. So richtig splattrig ist es 1964 natürlich noch nicht zugegangen, zumal Lewis bei knapp zwei Wochen Drehzeit und 65.000 Dollar Budget in seinen Möglichkeiten stark beschränkt war, aber es gibt dennoch einige Szenen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Man erkennt deutlich, was sich in diesem Film andeutet, und ich muss gestehen, dass er mir trotz Billig-Look und Laien-Darstellern richtig Spaß gemacht hat. Lewis trifft mit seiner überzeichneten Darstellung der verrückten Dorfbewohner, die zum schwungvollen Hillbilly-Score Durchreisende meucheln, einen interessanten Ton. Da reichen diverse moderne Fun-Splatter-Filmchen trotz zigfachem Budget lange nicht heran.

Was mir an dem Film allerdings nicht einfach nur gefallen, sondern was mich geradezu fasziniert und mehr als nur ein bisschen gegruselt hat, war, wie sich eine gesamte Kleinstadt zu einer blutrünstigen Horde zusammenschließt und Menschen aus nichtigen Gründen – in diesem Fall, weil sie Yankees waren – zu ihrem Vergnügen fantasievoll abmurkst. Das hat mich daran erinnert, dass es auf der Welt vermutlich zu jeder Zeit mehr als 2000 Verrückte gab, gibt und immer geben wird. Lewis schafft das, was jeder guten Horror-Comedy gelingen sollte – nämlich bei allem Spaß immer noch echtes Grauen anklingen zu lassen.

Bild © CMV Laservision
 

Dead Snow (Tommy Wirkola, Norwegen 2009)

Posted by – 7. März 2013

Dead SnowJuhu, Semesterferien. Was gibt es Schöneres als die freie Zeit mit seinen Freunden in einer abgelegenen Hütte irgendwo im norwegischen Nirgendwo zu verbringen? Das denken sich auch Vegard (Lasse Valdal), Chris (Jenny Skavlan), Erlend (Jeppe Laursen), Hanna (Charlotte Frogner), Martin (Vegar Hoel), Liv (Evy Kasseth Røsten) und Roy (Stig Frode Henriksen). Doch die sieben Freunde müssen feststellen, dass so ein Urlaub nur richtig Spaß macht, wenn man nicht plötzlich von einer Horde Nazi-Zombies angegriffen wird.

Weil mir Tommy Wirkolas US-Debüt „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ ganz gut gefallen hat, hat mich wirklich interessiert, was der Mann in heimischen Gefilden so hinbekommt. Durch Zufall flatterte gestern „Dead Snow“ (OT: Død snø) bei mir in die Wohnung und ich konnte meine Neugier umgehend befriedigen. Und ich war überrascht, allerdings im negativen Sinne. Vom Einfallsreichtum seines US-Debüts war in „Dead Snow bestenfalls in der letzten halben Stunde etwas zu bemerken. Die komplette erste Stunde unterscheidet sich nur im Detail von jedem x-beliebigen „Junge Leute irgendwo im der Pampa und dann auf einmal..“-Film. Ok, der eine trägt ein Braindead-T-Shirt, der andere erstickt beinahe (aus Versehen?) seine Freundin mit einem Kissen, aber vielmehr spring hier nicht ins Auge. Warum hat Wirkola seine Idee & das Splatterfeuerwerk nicht früher gestartet, sondern langweilt den Zuschauer eine Stunde mit Versatzstücken bis dann irgendwann – endlich – die Nazi-Zombies zum Einsatz kommen? Das stand wohl so im von Wirkola selbst verfassten Drehbuch.

Warum sollte man sich „Dead Snow“ überhaupt ansehen? Vielleicht, weil er inszenatorisch schon irgendwie in Ordnung geht. Ich verstehe jedenfalls, wie sich Wirkola durch diesen Film – besonders durch das letzte Drittel – für „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ empfohlen hat. Außerdem könnten zumindest diejenigen, die noch nicht viel aus dem Genre kennen, Fans von SS-Wiedergängern und Zitatjäger (der Film quillt fast schon über vor Bezügen) auf ihre Kosten kommen. Allerdings: Gerade wenn jemand in diesem Bereich noch unbeleckt ist, sollte er vielleicht lieber zu Peter Jacksons „Braindead“ oder Sam Raimis „Evil Dead“-Trilogie greifen. Etwas besseres gibt es in diesem Genre nicht. Und auch für die, die gerne komische Figuren in Nazi-Uniformen sehen, gibt es interessantere Filme. Und zwar „Der Goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz“ von Lasse Nolte. Der ist spannender, lustiger und hat mit 46 Minuten die richtige Länge.

Was mir an „Dead Snow“ am besten gefallen hat? Dass die Zombies in ihren Uniformen irgendwann ordentlicher aussahen als die blutverschmierten Helden. Ich bin mir sicher: das bedeutet irgendwas.

Bild © E1 Entertainment
 

Battle Royale (Kinji Fukasaku, Japan 2000)

Posted by – 18. August 2012

Vor einiger Zeit habe ich ja schon mitgeteilt, dass ich „The Hunger Games“ außergewöhnlich gut fand.  Da liegt es natürlich nahe, sich auch mal die ganzen Vorlagen anzusehen, die Suzanne Collins zu ihrer Geschichte inspiriert haben. Station eins auf meiner Reise ins Genre „Todesspiele“ machte „Battle Royale“.

Japan in der Zukunft. Jedes Jahr werden Schulklassen von Mittelschülern ausgewählt, um in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegeneinander antreten. Die Regeln sind einfach: Es gibt keine. Gewonnen hat der Schüler, der es schafft, bis zum Schluss zu überleben.

Die Prämisse des Films, der auf einem Roman von Kōshun Takami beruht, ist unglaublich radikal.  Besonders am Anfang schafft es Regisseur Kinji Fukasaku, den Irrsinn dieser Spiele absolut kompromisslos in Szene zu setzen: Bei einem Ausflug wird die Klasse 3-B der Shiroiwa-Mittelschule kurzerhand betäubt und entführt. Kurz darauf finden sich die Schüler in einem Klassenzimmer wieder. Dort erläutert ihnen ihr ehemaliger Lehrer Kitano (Takeshi Kitano) kurz die „Regeln“ des Spiels (bringt dabei schnell mal selbst zwei Schüler um), bevor er die übrigen Kinder nach draußen schickt.

So stark wie der Anfang  ist der restliche Film, der immerhin fast zwei Stunden dauert, leider nicht. Schüler, die sich gegenseitig niedermetzeln oder sich selbst umbringen, das reicht doch nicht für einen Film, scheinen sich Kinji Fukasaku und sein Sohn Kenta, der das Drehbuch geschrieben hat, gedacht zu haben. Die Folge ist, dass „Battle Royale“ nicht nur ein Schlachtfest, sondern gleichzeitig eine absurde Soap ist, bei dem der Zuschauer viel über verflossene Liebe, Neid, Eifersucht und persönliche Schicksale der Schüler erfährt. Das hätte vielleicht interessant sein können, ist es aber nicht. Dazu ist die Storys zu platt, sind die Schüler einfach zu zahlreich und die Fähigkeiten ihrer Darsteller definitiv zu limitiert. Am interessantesten ist da noch Lehrer Kitano, von dem man bereits durch eine Rückblende weiß, dass er schon mal von einem Schüler niedergestochen wurde. Doch die genauen Hintergründe und seine Entwicklung, die ihn zu der zynischen und mitleidslosen Person gemacht haben, die wir im Film vor uns sehen, bleibt uns Fukasaku leider schuldig.

Als zynisches Pamphlet über eine menschenverachtende Gesellschaft hat „Battle Royale“ durchaus seine Stärken – als echtes Drama funktioniert der Film allerdings nicht. Er ist das auf seine reißerische Grundidee zusammengeschrumpfte Gegenstück zum elaborierten „The Hunger Games“.

Bild © Arrow Video
 

Slither (James Gunn, USA 2006)

Posted by – 14. Mai 2012

Dass so ein Komet mal irgendetwas Schönes, Freundliches zur Erde bringt, ist sicher nicht die Regel. Auch bei James Gunns Debüt „Slither“ hat der Himmelskörper, der nahe der Kleinstadt Wheelsy abstürzt, für ihre Bewohner nichts wirklich Gutes, sondern wieder einmal nur eine gemeingefährliche außerirdische Lebensform dabei. Und so nimmt die Geschichte  ihren Gang:  Weil seine Frau Starla (Elizabeth Banks) ihn abgewiesen hat, wandert der sexuell frustrierte   Grant (Michael Rooker) durchs nächtliche Wheelsy. Statt einem amourösen Abenteuer findet Grant allerdings nur einen außerirdischen Parasiten, der den Mann in ein fleischfressendes, unförmiges Monster verwandelt. Sheriff Bill Pardy (Nathan Fillion) und eine Gruppe Dorfbewohner machen sich auf, den Mutanten zur Strecke zu bringen. Das mit mäßigem Erfolg.

Sein Debüt wirkt wie ein Fan-Film. In „Slither“ hat James Gunn so ziemlich alles untergebracht, was es je in Alien-Invasion-Filmen der letzten Jahrzehnte gab. Hinabstürzende Meteoriten, schleimige Würmer, Menschen, die außerirdischen Parasiten als Wirte dienen, große, unförmige Monster, die sich von rohem Fleisch ernähren und wachsen bis sie platzen, Blut, das ätzend ist wie Säure und vieles, vieles mehr. „Slither“ ist damit so eine Art best of. Habe ich mich bei ersten Gucken noch darüber gefreut, dass er für Fans solcher Filme so gut wie keine Wünsche offen lässt, habe ich es eben, bei der Zweitsichtung, als sehr positiv empfunden, dass Gunn der Mehrheit seiner Figuren mit dem nötigen Respekt begegnet und sie nicht zu charakterlosem Mutantenfutter degradiert. Die fast schon tragische Dreiecksgeschichte zwischen Nathan Fillion (wie immer sehr witzig), Elizabeth Banks und Michael Rooker, die durch die Mutation von letzterem ins grotesk-dramatische übersteigert wird, ist nur ein Beispiel für die gelungene Chemie zwischen den Figuren.

„Slither“ ist bestimmt kein Meisterwerk. Dazu ist er nicht originell genug. Ein handwerklich guter, in gewisser Weise kompromissloser und gleichzeitig sehr humorvoller Film ist er dennoch. Wenn die infizierten Personen sich über ihren schrecklichen Hunger beklagen während sie alles in sich reinstopfen, kann man das durchaus auch auf den Film in seiner Gesamtheit beziehen. James Gunn hat schreckliche Lust, Filme zu machen und alles in sein Debüt gestopft. Dass er, wenn er etwas maßvoller agiert, noch um ein vielfaches effizienter sein kann, hat er ja schließlich  in seinem zweiten Spielfilm „Super“ gezeigt.

Bild © Universal