Tag: Todesspiele

The Hunger Games: Mockingjay – Part 2 (Francis Lawrence, USA 2015)

Posted by – 18. November 2015

Durch meine letzten Texte „The Hunger Games“ (Teil 1, Teil 2, Teil 3.1) dürfte klar geworden sein, dass ich ein großer Verehrer der Reihe bin. Die Bücher haben mir sehr gut gefallen, die Filme finde ich sogar noch besser. Nun bin ich ein wenig erleichtert, dass sich daran auch durch den letzten Film nichts ändert, gab es doch beim Vorgänger ein Indiz, dass es das große Filme vielleicht an der nötigen Konsequenz missen lassen würde. Doch jetzt bin ich beruhigt, Francis Lawrence bringt die Adaption zu einem würdigen Abschluss und zeigt, dass Blockbuster und Anspruch ebenso wenig ein Widerspruch sind wie ein Kino für jugendliche Zuschauer, das gleichzeitig auch Erwachsene herausfordern kann. Der starke „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ komplettiert die Reihe, die ich als Ganzes nun ohne Zögern als Meisterwerk bezeichne. Meine ausführliche Kritik gibt es wie stets auf Kino-Zeit.

The Hunger Games: Mockingjay – Part 1 (Francis Lawrence, USA 2014)

Posted by – 19. November 2014

Wie man hier und hier nachlesen kann, gefallen mir die ersten beiden Teile der „The Hunger Games“-Filme richtig gut. Nach Teil 3 bin ich sogar soweit zu sagen: Hier kommt etwas ganz Großes auf uns zu, etwas, das vielleicht irgendwann in einer Reihe mit Jahrhundert-Trilogien wie „Star Wars“, „The Godfather“, „Spider-Man“ oder „Lord Of The Rings“ genannt werden wird. Das klingt übertrieben? Lasst uns in 10 oder 20 Jahren noch einmal darüber sprechen! „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“ ist eine überragende, in fast allen Belangen konsequente Fortsetzung, die ihre Kraft in der Tradition von Werken wie Orwells „1984“ ganz aus ihrer dystopische Substanz und der damit verbundenen Tragik der persönlichen Schicksale schöpft. Weitere Gründe, warum mir der Film so gut gefallen hat, wie auch einen Kritikpunkt, verrate ich auf Kino-Zeit.

The Hunger Games: Catching Fire (Francis Lawrence, USA 2013)

Posted by – 20. November 2013

They can’t hurt me. There’s no one left I love – Johanna Mason, Distrikt 7

Ich bin positiv überrascht von „The Hunger Games: Catching Fire“. Viele Romanverfilmungen werden ihrer Vorlage nicht gerecht, aber manchmal veredeln die Bilder die Geschichten geradezu. Das ist hier der Fall. Ich mochte, wie hier geschrieben, schon den ersten Teil „The Hunger Games“ sehr gerne. Aber da das zweite Buch von Suzanne Collins ein wenig die Probleme eines typische Brückenstücks zwischen dem ersten und dritten Teil hatte, habe ich meine Erwartungen bezüglich des Films etwas herunter geschraubt. Das wäre nicht gar nicht nötig gewesen, denn die Fortsetzung steht dem ersten Film in nichts nach, treibt die todtraurige Geschichte in der grausamen Welt von Panem unbarmherzig voran und wartet darüber hinaus mit einem interessanten künstlerischen Konzept auf. Mehr dazu schreibe ich auf Kino-Zeit. Und hier geht’s zum Film-Quickie mit Sophie.

Battle Royale (Kinji Fukasaku, Japan 2000)

Posted by – 18. August 2012

Vor einiger Zeit habe ich ja schon mitgeteilt, dass ich „The Hunger Games“ außergewöhnlich gut fand.  Da liegt es natürlich nahe, sich auch mal die ganzen Vorlagen anzusehen, die Suzanne Collins zu ihrer Geschichte inspiriert haben. Station eins auf meiner Reise ins Genre „Todesspiele“ machte „Battle Royale“.

Japan in der Zukunft. Jedes Jahr werden Schulklassen von Mittelschülern ausgewählt, um in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegeneinander antreten. Die Regeln sind einfach: Es gibt keine. Gewonnen hat der Schüler, der es schafft, bis zum Schluss zu überleben.

Die Prämisse des Films, der auf einem Roman von Kōshun Takami beruht, ist unglaublich radikal.  Besonders am Anfang schafft es Regisseur Kinji Fukasaku, den Irrsinn dieser Spiele absolut kompromisslos in Szene zu setzen: Bei einem Ausflug wird die Klasse 3-B der Shiroiwa-Mittelschule kurzerhand betäubt und entführt. Kurz darauf finden sich die Schüler in einem Klassenzimmer wieder. Dort erläutert ihnen ihr ehemaliger Lehrer Kitano (Takeshi Kitano) kurz die „Regeln“ des Spiels (bringt dabei schnell mal selbst zwei Schüler um), bevor er die übrigen Kinder nach draußen schickt.

So stark wie der Anfang  ist der restliche Film, der immerhin fast zwei Stunden dauert, leider nicht. Schüler, die sich gegenseitig niedermetzeln oder sich selbst umbringen, das reicht doch nicht für einen Film, scheinen sich Kinji Fukasaku und sein Sohn Kenta, der das Drehbuch geschrieben hat, gedacht zu haben. Die Folge ist, dass „Battle Royale“ nicht nur ein Schlachtfest, sondern gleichzeitig eine absurde Soap ist, bei dem der Zuschauer viel über verflossene Liebe, Neid, Eifersucht und persönliche Schicksale der Schüler erfährt. Das hätte vielleicht interessant sein können, ist es aber nicht. Dazu ist die Storys zu platt, sind die Schüler einfach zu zahlreich und die Fähigkeiten ihrer Darsteller definitiv zu limitiert. Am interessantesten ist da noch Lehrer Kitano, von dem man bereits durch eine Rückblende weiß, dass er schon mal von einem Schüler niedergestochen wurde. Doch die genauen Hintergründe und seine Entwicklung, die ihn zu der zynischen und mitleidslosen Person gemacht haben, die wir im Film vor uns sehen, bleibt uns Fukasaku leider schuldig.

Als zynisches Pamphlet über eine menschenverachtende Gesellschaft hat „Battle Royale“ durchaus seine Stärken – als echtes Drama funktioniert der Film allerdings nicht. Er ist das auf seine reißerische Grundidee zusammengeschrumpfte Gegenstück zum elaborierten „The Hunger Games“.

Bild © Arrow Video
 

The Hunger Games (Gary Ross, USA 2012)

Posted by – 21. März 2012

Eine Sache, die ich spannend finde, ist, Filme mit ihren Literaturvorlagen zu vergleichen. Ich frage mich schon beim Lesen immer – wie könnte man das umsetzen? Dazu hatte ich gerade wieder die Gelegenheit. Vor ein paar Tagen habe ich den ersten Teil der Verfilmung von Suzanne Collins Science-Fiction-Trilogie „The Hunger Games“ gesehen. Den ersten Roman hatte ich ein paar Wochen zuvor gelesen. Genaugenommen war es erst der Roman, der überhaupt mein Interesse an dem Stoff geweckt hat. Zuvor hatte ich „The Hunger Games“ immer ein wenig in die Ecke „Twilight“, „Harry Potter“ und „Tintenherz“ gesteckt, und auch der Trailer des Films hat mich nicht missionieren können. Nach der Lektüre sah die Sache aber anders aus: die düstere, um nicht so zu sagen todtraurige und über alle Maßen deprimierende Geschichte über Jugendliche, die sich in einer Freiluftarena gegenseitig umbringen müssen, hatte mit Rowling, Meyer und Funke rein gar nichts gemein. Ich hatte Bilder im Kopf. Und ich war sehr gespannt, wie Gary Ross  („Pleasantville“, „Seabiscuit“) die Sache angehen würde..

Verglichen mit dem Buch wirkte der Film auf mich erst etwas glatt. Im dekadenten Capitol ist der Hochglanz-Look äußerst passend; aber gerade in Distrikt 12, der Minenarbeiter-Distrikt, aus dem die Protagonistin Katniss Everdeen (im Film gespielt von Jennifer Lawrence“) kommt, hatte ich mir die Menschen noch ärmlicher, noch heruntergekommener vorgestellt. Auch während der Hunger-Spiele habe ich beim Lesen den Durst, den Hunger und die Erschöpfung der Heldin förmlich gespürt. Auch hier bleibt der Film etwas hinter der Vorlage zurück. Aber: Insgesamt war ich erstaunt und absolut positiv überrascht, wie gut es Ross verstanden hat, der Umsetzung einen in sich stimmigen Look zu geben und so gut wie alles Wichtige, das den ersten Roman so spannend, emotional und berührend macht, in den Film zu übersetzen. Eine große Leistung, wie ich finde. Ich bin gespannt, ob Gary Ross dieses Kunststück auch in den kommenden Teilen (die ich bis dahin gelesen haben werde) glücken wird. Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich „The Hunger Games“ jedenfalls für eine äußerst gelungene Literaturverfilmung und ich hoffe, den Film bald ein zweites Mal sehen zu können.

Meine etwas ausführlichere Meinung zur Verfilmung findet man auf Kino-Zeit.de.

Bild © Studiocanal