The Andromeda Strain (Robert Wise, USA 1971)

Posted by – 5. Februar 2013

Andromeda StrainAuf kaum einen Film habe ich mich die letzten Wochen so gefreut wie auf „The Andromeda Strain“. Zum einem ist er mir jetzt schon von mehreren Filmfreunden empfohlen worden. Zum anderen habe ich letztes Halloween endlich mal „The Haunting“ von Robert Wise gesehen und ich wollte seit dem unbedingt noch ein paar andere Sachen von ihm kennen lernen.

In der Nähe des kleinen Örtchens Piedmont stürzt eine Sonde des Militärs ab. Als Soldaten die Absturzstelle erreichen, sind alle Bewohner schon tot. Schnell wird  eine Gruppe von Spezialisten zusammengetrommelt, die in einer unterirdischen Anlage namens „Wildfire“ die Sonde untersuchen und herausfinden soll, was zum Tod der Menschen geführt hat. Zum Team gehören: Dr. Jeremy Stone (Arthur Hill), Dr. Charles Dutton (David Wayne), Dr. Mark Hall (James Olson) und Dr. Ruth Leavitt ( Kate Reid). Stone obliegt die Führung der Gruppe. In langwierigen Untersuchungen finden sie heraus, womit sie es zu tun haben: Die Entdeckung übertrifft alle Befürchtungen.

„The Andromeda Strain“ hat mich, was die Figurenkonstellation betrifft, etwas an Wises „The Haunting“ erinnert. Nicht, dass die Charaktere Ähnlichkeit hätten – aber die Art und Weise wie sich eine Gruppe von Leuten trifft bzw. zusammengetrommelt wird, um eine bestimmt Aufgabe zu erfüllen, ist sich durchaus ähnlich. Vergleichbar sind beide Filme auch was das Tempo angeht. Nelson Gidding, der sich bei „The Haunting“ wie auch hier – diesmal nach einem Roman von Michael Crichton – für das Drehbuch verantwortlich zeigt, scheint eine spezifische Art zu haben, seine Geschichten zu entwickeln, und Wise hat es auch bei diesem Film wieder nicht eilig. Ausgenommen der Beginn, wenn die Leichen im Dorf und die beiden Überlebenden geborgen werden und das Finale, das noch eine Art Actionsequenz aufbietet, scheint „The Andromeda Strain“ recht arm an wirklichen Höhepunkten. Die Protagonisten kommen zusammen, der Zuschauer lernt das Labor Wildfire ausführlich kennen, die Forscher forschen – und finden schließlich heraus, was es  mit der „Seuche“ auf sich hat und warum  der Alkoholiker und das Kind aus dem Dorf mit dem Leben davon gekommen sind. Welt gerettet.

Das war alles nicht unspannend zu verfolgen. Trotzdem stellte sich bei mir während des Films ein leichtes Gefühl von Enttäuschung ein, das sich allerdings schnell verflüchtigte als mir im Anschluss etwas klar wurde. Nämlich, dass mich Wise und Gidding den ganzen Film über in die Irre geführt hatten: Man sieht den Forschern bei ihrer Arbeit zu, ist dabei, wenn sie nach und nach herausfinden, womit sie es zu tun haben und schließlich sogar noch die Idee für ein Gegenmitteln haben. Eine Ode auf den den Intellekt? Eben nicht! Dass die Geschichte letzten Endes für die Menschheit gut ausgeht, hat sie nicht dem Genius ihrer Spezies zu verdanken. Sie überlebt, zumindest noch ein Weilchen, weil sie einfach Glück hatte. Der Organismus aus dem All mutiert und wird somit für die Menschen ungefährlich. Dass die Crew des Labors sich am Ende beinahe noch durch den Sicherheitsmechanismus der Wildfire-Station selbst vernichtet, ist da nur noch das ironische I-Tüpfelchen. „The Andromeda Strain“ ist ein echter Wolf im Schafspelz und gilt meines Erachtens zu Recht als Klassiker der Science Fiction.

Bild © Universal
 

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