The Mist (Frank Darabont, USA 2007)

Posted by – 19. August 2012

Nach „Carrie“ stand gestern noch Frank Darabonts „The Mist“ auf dem Programm, den ich aus der Erinnerung neben Brian De Palmas Film und Stanley Kubricks „The Shining“ zu den drei besten Stephen-King-Verfilmungen gezählt hätte.

Ein seltsamer Nebel umhüllt eine amerikanische Kleinstadt. Darin scheint etwas Böses zu lauern. Eine Gruppe Menschen, darunter auch der Künstler David Drayton (Thomas Jane) und sein Sohn Billy (Nathan Gamble) verschanzen sich in einem Supermarkt. Doch nicht von dem Nebel geht Gefahr aus – auch die zufällig zusammengewürfelten Menschen werden sich  immer mehr zu Bedrohung. Vor allem die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) gewinnt immer mehr Einfluss und versteigt sich bald in die Idee, dass der Nebel Gottes Strafe ist und nur ein Opfer den zornigen Allmächtigen besänftigen könne.

Ich bin, was Filme betrifft, bestimmt kein Weichei. Im Gegenteil – es darf gerne etwas wehtun. „The Mist“ geht allerdings richtig an die Nieren. Die klaustrophobische Atmosphäre in dem Supermarkt ist sehr intensiv eingefangen und auch die Angst vor dem Nebel und dem, was darinnen lauern könnte, versteht Darabont meisterhaft zu erzeugen. Selbst als man endlich einen Eindruck der Monster bekommt, mindert es das Entsetzen nur unwesentlich. Darabont ist es gelungen, den Finger auf die Urängste der Menschen zu legen und ich gebe gerne zu, dass das auch bei mir funktioniert. Hinzu kommt, dass Darabont mit „The Mist“ wahrscheinlich die trostloseste aller King-Verfilmungen geglückt ist. Auch ohne den Nebel, der die Monster verbirgt, aber dafür das Böse im Menschen zum Vorschein bringt, ist die im Film gezeigte Welt keine in der ich leben möchte. Über das Ende des Films ließe sich wohl eine ganze Weile diskutieren. Anders, als die Kurzgeschichte endet der Film nicht offen, sondern holt noch einmal zu einem heftigen Schlag in die Magengrube aus. Und der sitzt. Soll dieses Ende ein zynischer Witz sein? Oder verbirgt sich hier die „Moral“, die Darabont der Geschichte beimisst, nämlich, dass es die größte aller Sünden ist, die Hoffnung aufzugeben. Denn dieser Sünde hat sich David Drayton schuldig gemacht und dafür muss er zahlen.

Ich habe „The Mist“ 2007 im Kino gesehen. Und seitdem bis gestern nicht mehr. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob ich Darabonts Film wirklich zu den besten drei King-Adaptionen zählen würde, dazu ist er mir etwas zu konstruiert und bei der Religionskritik zu platt. Außerdem ist die Konkurrenz stark: Anwärter für die Top-3 wären zum Beispiel Rob Rainers sommerschwüler „Stand By Me“ oder auch David Cronenbergs präziser „Dead Zone“. Nichtsdestotrotz ist Darabont mit „The Mist“ ein starker Film gelungen, der es inhaltlich aber auch stilistisch in sich hat. Hier sei vor allem die Schwarz-Weiß-Version genannt, die tatsächlich noch besser weil atmosphärischer ist als die farbige Kinofassung. Außerdem funktioniert die S/W-Fassung auch als Hommage an die Monsterfilme der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ganz hervorragend.

Bild © Universum
 

1 Comment on The Mist (Frank Darabont, USA 2007)

  1. sebastian sagt:

    Hier stimme ich Dir mal wieder zu 100% zu, wobei ich keine Probleme hätte, The Shawshank Redemption auf Platz 1 der King-Verfilmungen zu setzten. Und ja, ich weiß, du magst den nicht besondern.
    Für eine informierte Top3 fehlen mir 2 wichtige Anwärter.

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