The Prowler (Joseph Zito, USA 1981)

Posted by – 13. Juni 2016

The ProwlerWenn mir die große Liebe nicht vergönnt ist, dann bitte auch niemandem sonst – denkt sich ein geprellter Soldat und bringt daraufhin seine untreue Freundin und ihren Lover um. Er selbst kommt davon. Jahre später, während des Abschlussballs einer High School, macht er sich erneut ans blutige Werk.

Wieso? Das ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Joseph Zitos Slasher aus den frühen 1980er Jahren sich durchaus sehen lassen kann. Von Zito kannte ich bis dato nur „Friday the 13th: The Final Chapter“, der ja nicht zu den schlechtesten Teilen der Reihe gehört, und auch „The Prowler“ ist wieder ein sehenswerter Genrebeitrag. Es gibt zwar ein wenig Leerlauf anfangs und im letzten Drittel, aber eben auch einen markant kostümierten Killer, mindestens zwei sehr spannende Sequenzen und ein paar Morde, die dank Make-up-Spezialist Tom Savini ziemlich weh tun.

Dass ich jetzt nicht in Jubelgeschrei ausbreche, liegt vor allem daran, dass ich hier bis auf solides Handwerk nichts entdecken kann. Man könnte ja meinen, Zito mache etwas aus der Idee, dass es eben ein enttäuschter Kriegsveteran ist, der sich hier auf den blutigen Rachefeldzug begibt, aber Fehlanzeige. Und zwar auf der ganzen Linie. Ein wie auch immer gearteter Subtext, wie er für viele Slasher interessant würde, fehlt hier, was gerade im Hinblick auf seinen Plot doch verwundert. Vielleicht könnte man sagen, dass „The Prowler“ zumindest insofern schon wieder interessant und zweifelsohne ein nicht unwichtiger Vertreter der Slasher-Weller der 1980er Jahre ist, weil er sich eben nicht für irgendwelche Hintergründe, Gesellschaftskritik, Psychologie seiner Figuren u.ä. kümmert, sondern zu fast 100 Prozent dem Ruf entspricht, den Filme dieses Genres heute (zu unrecht?) „genießen“. Ich weiß es nicht und kann im Moment auch nicht mehr dazu sagen, außer, ja, ganz nett, für Slasher-Fans auf jeden Fall sehenswert. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mir etwas mehr „zwischen den Zeilen“ gewünscht hätte oder ob ich „The Prowler“ gerade so, wie er ist, pur, „ohne alles“ besonders zu schätzen weiß.

Bild © Blue Underground

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