Total Recall (Len Wiseman, USA 2012)

Posted by – 17. August 2012

Nachdem ich neulich bei Social Viewing meine Erinnerung an Paul Verhoevens „Total Recall“ auffrischen durfte, war ich natürlich sehr gespannt auf das Remake – auch wenn ich ehrlich gesagt „Underworld“-Regisseur Len Wiseman dieses Projekt nicht wirklich zugetraut habe (und man mich mit den Ideen des am Drehbuch beteiligten Kurt Wimmer („Equilibrium“, „Ultraviolet“), sogar jagen kann!). Die Geschichte ist verglichen zum Original leicht abgewandelt. Im Jahre 2084 ist die Erde größtenteils verseucht. Leben ist nur noch an zwei Orten in der reichen United Federation of Britain (UFB) auf der Nordhalbkugel und einer heruntergekommenen Region, genannt The Colony, auf der Südhalbkugel möglich. Verbunden sind beide Gebiete durch einen riesigen Fahrstuhl, der durchs Erdinnere führt. In dieser Welt lebt der Fabrikarbeiter Douglas Quaid (Colin Farrell) mit seiner Ehefrau, der Sicherheitsbeamtin Lori (Kate Beckinsale). Doch Quaid ist unzufrieden. Deswegen begibt er sich zur Firma REKALL, um sich ein paar spannende Erinnerungen einpflanzen zu lassen..

Ich möchte hier jetzt gar nicht viel über den Film schreiben, das durfte ich auf the Spine schon tun. Ich frage mich allerdings: Warum schaffen es so wenige Remakes, mit ihrer Vorlage gleichzuziehen oder diese gar noch zu überbieten? Wahrscheinlich liegt es daran, dass Filme aus den falschen Gründen neu gedreht werden. Meiner Meinung nach sollte die künstlerische Vision im Vordergrund stehen und das tut sie leider viel zu selten. Auch beim Remake von „Total Recall“ nicht. So ist Wisemans Film leider nur ein ganz passabler Action-Film geworden, der mich immerhin im ersten Drittel gut unterhalten hat, dann aber leider immer uninspirierter wird. Die schlechteste Szene des Films: Quaid kloppt sich mit Opa Cohaagen auf dem Dach des Riesenfahrstuhls und bekommt ordentlich Haue. Love Interest Melina sitzt in einem Flugzeug und guckt zu. Und dann erscheint auch noch ein zum posen neigender Superroboter. Und hier für die ausgleichende Gerechtigkeit auch noch die beste Szene: Quaid hat gerade seiner Frau Lori eröffnet, dass er, äh – wohl ein Geheimagent ist und gerade 10 Polizisten einer Spezialeinheit gekillt hat. Daraufhin teilt ihm seine „Liebste“ mit, dass sie auch nicht das ist, was sie zu sein scheint – und sie ihn jetzt leider aus dem Verkehr ziehen muss. Im Anschluss daran gibt es einen sehr schönen Kampf zwischen den beiden, der in einer Verfolgungsjagt über den Dächer der Kolonien mündet. In diesem Zusammenhang sei auch noch erwähnt, dass Kate Beckinsale für mich die stärkste Figur des Films war. In Lori vereint sie die von Sharon Stone und Michael Ironside im Original gespielten Figuren. Sie ist die groteske Parodie einer Karrieristin, von Ehrgeiz, verletztem Stolz und Missgunst getrieben, prescht sie dermaßen energiegeladen durch den Film, dass es eine Freude ist. Ich wünsche mir ein Spin-off mit Lori!

Bild © Sony
 

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