X-Men: First Class (Matthew Vaughn, USA 2011)

Posted by – 21. Februar 2013

Erik Lehnsherr: „I want you by my side. We’re brothers, you and I. All of together, protecting each other. We want the same thing.“ – Charles Xavier: „My friend. I’m sorry, but we do not.“

Mir fallen nicht besonders viele gute Prequels ein. „Indiana Jones And The Temple Of Doom“. „Twin Peaks: Fire Walk with Me“. Die letzten 3 „Bond“-Filme. „Rise of the Planet of the Apes“. Vielleicht „The Hobbit“.  Aber auch „X-Men: First Class“ – soviel muss ich nach dem mittlerweile dritten Anschauen zugestehen – ist trotz einiger kleinerer Probleme ein richtig gutes Prequel, das nicht nur etwas Licht in die Anfänge der X-Men bringt, sondern vor allem auch eine Menge Spaß macht.

Die X-Men fanden nämlich schon in den 1960er Jahren zusammen als Charles  Xavier (James McAvoy), Erik Lehnsherr (Michael Fassbender) und eine Gruppe weiterer Mutanten versuchten, den größenwahnsinnigen Sebastian Shaw (Kevin Bacon) aufzuhalten, der die Kuba-Krise dazu  nutzen will, die Welt ins Chaos zu stürzen. Doch es zeigt sich: Auch die Allianz der X-Men ist äußerst fragil…

„X-Men: First Class“ ist nicht so sensibel wie der erste Teil und auch keine runde Sache wie Teil zwei:  Einige Gadgets – Magnetos Helm, der Cerebro-Prototyp und einiges mehr – sind für meinen Geschmack etwas zu krampfhaft in die Story gestopft worden. Und schon wieder gibt es ein Serum, mit dem man Mutation wie eine Grippe durch Antibiotika austreiben kann. (Zum Glück funktioniert es nicht und spielt, verglichen mit „X-Men: The Last Stand“, nur eine untergeordnete Rolle.) Und auch nicht jeder Mutant gefällt: Die Feuerkugeln herauswürgende Libellen-Lady (Zoë Kravitz) z.B. gehört jetzt nicht gerade zu den coolsten Superhelden, die je erdacht wurden.

Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Denn – und das wird mir erst so richtig klar, weil und während ich den Film zum dritten Mal schaue – „X-Men: First Class“ ist auch ein ziemlich kurzweiliger, ideenreicher und visuell origineller Trip, bei dem es auch nach mehrmaligem Sehen immer wieder  neue Kleinigkeiten zu entdecken gibt. Die Beziehung zwischen den Figuren hätte ich mir  etwas komplexer und sich natürlicher entwickelnd vorstellen können, aber auch so sind die Konflikte glaubhaft und die einzelnen Schauspieler verkörpern ihre Figuren trotz oft geringer Screentime prägnant und insgesamt überzeugend. Hinzu kommen gleich eine ganze Reihe von Gänsehaut-Momenten, für die ich stellvertretend zwei Tode nennen will. Und zwar  das überaus traurige Dahinscheiden von Darwin (Edi Gathegi), der nach ein paar überschwänglichen Minuten erkennen muss, dass er in der Mutanten-Schulen eben doch nur die Schulbank der ersten Klasse drückt und besser die Finger von den großen Jungs gelassen hätte. Ebenfalls intensiv: Die Szene als Magneto sich an Shaw rächt. Nicht nur, dass die Münze vom Anfang wieder eine Rolle spielt und bildhaft deutlich wird, das die Vergangenheit die Gegenwart konstituiert;  das Cross-Cutting zwischen Magneto und Charles Xavier zeigt eindrucksvoll wie sich die beiden Figuren mittlerweile voneinander entfernt haben – aber dennoch schicksalhaft zusammenhängen.

Und so findet in „X-Men: First Class“ der ewige Konflikt zwischen Mutanten und Menschen seinen Anfang. Das Böse, das sind immer die anderen. Ein Blick in die Zeitung reicht um festzustellen, dass dieser Satz auch außerhalb von Comic-Verfilmungen Gültigkeit hat. Oder, um mit den Worten von Magneto zu sprechen: „Peace was never an option.“

P.S. Film ist aus der gleichen Box wie Teil 2.
 

1 Comment on X-Men: First Class (Matthew Vaughn, USA 2011)

  1. […] den Notizen zu „X-Men: First Class“ hatte ich geschrieben, dass mir nicht viele gute Prequels einfallen. Auch wenn ich mir nicht […]

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