Dead Snow (Tommy Wirkola, Norwegen 2009)

Posted by 7. März 2013

Dead SnowJuhu, Semesterferien. Was gibt es Schöneres als die freie Zeit mit seinen Freunden in einer abgelegenen Hütte irgendwo im norwegischen Nirgendwo zu verbringen? Das denken sich auch Vegard (Lasse Valdal), Chris (Jenny Skavlan), Erlend (Jeppe Laursen), Hanna (Charlotte Frogner), Martin (Vegar Hoel), Liv (Evy Kasseth Røsten) und Roy (Stig Frode Henriksen). Doch die sieben Freunde müssen feststellen, dass so ein Urlaub nur richtig Spaß macht, wenn man nicht plötzlich von einer Horde Nazi-Zombies angegriffen wird.

Weil mir Tommy Wirkolas US-Debüt „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ ganz gut gefallen hat, hat mich wirklich interessiert, was der Mann in heimischen Gefilden so hinbekommt. Durch Zufall flatterte gestern „Dead Snow“ (OT: Død snø) bei mir in die Wohnung und ich konnte meine Neugier umgehend befriedigen. Und ich war überrascht, allerdings im negativen Sinne. Vom Einfallsreichtum seines US-Debüts war in „Dead Snow bestenfalls in der letzten halben Stunde etwas zu bemerken. Die komplette erste Stunde unterscheidet sich nur im Detail von jedem x-beliebigen „Junge Leute irgendwo im der Pampa und dann auf einmal..“-Film. Ok, der eine trägt ein Braindead-T-Shirt, der andere erstickt beinahe (aus Versehen?) seine Freundin mit einem Kissen, aber vielmehr spring hier nicht ins Auge. Warum hat Wirkola seine Idee & das Splatterfeuerwerk nicht früher gestartet, sondern langweilt den Zuschauer eine Stunde mit Versatzstücken bis dann irgendwann – endlich – die Nazi-Zombies zum Einsatz kommen? Das stand wohl so im von Wirkola selbst verfassten Drehbuch.

Warum sollte man sich „Dead Snow“ überhaupt ansehen? Vielleicht, weil er inszenatorisch schon irgendwie in Ordnung geht. Ich verstehe jedenfalls, wie sich Wirkola durch diesen Film – besonders durch das letzte Drittel – für „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ empfohlen hat. Außerdem könnten zumindest diejenigen, die noch nicht viel aus dem Genre kennen, Fans von SS-Wiedergängern und Zitatjäger (der Film quillt fast schon über vor Bezügen) auf ihre Kosten kommen. Allerdings: Gerade wenn jemand in diesem Bereich noch unbeleckt ist, sollte er vielleicht lieber zu Peter Jacksons „Braindead“ oder Sam Raimis „Evil Dead“-Trilogie greifen. Etwas besseres gibt es in diesem Genre nicht. Und auch für die, die gerne komische Figuren in Nazi-Uniformen sehen, gibt es interessantere Filme. Und zwar „Der Goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz“ von Lasse Nolte. Der ist spannender, lustiger und hat mit 46 Minuten die richtige Länge.

Was mir an „Dead Snow“ am besten gefallen hat? Dass die Zombies in ihren Uniformen irgendwann ordentlicher aussahen als die blutverschmierten Helden. Ich bin mir sicher: das bedeutet irgendwas.

Bild © E1 Entertainment
 

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