Godzilla 2000: Millennium (Takao Okawara, Japan 1999)

Posted by 2. Mai 2014

Es ist #MonsterMay! Und da guckt man natürlich Monster-Filme. Aber was ist das eigentlich – ein Monster-Film? Die Antwort finde ich nicht leicht. Im Groben folge ich gerne der Definition von Berndt Schulz aus „Monster machen mobil: die Schrecken der Kinoleinwand“ (Bergisch Gladbach 1988), die besagt, dass Monster vor allem im Science Fiction- und Horrorfilm auftreten, oft Kreuzungen aus Tier und Mensch sind, es sich dabei um urzeitliche oder mutierten Wesen oder auch Aliens handelt und sich entsprechende Filme an die Angstlust der Zuschauer richten.  Für mich sind Monster abnorme Wesen, die zwar außerhalb der menschlichen Gesellschaft stehen, diese aber gleichzeitig (be)stärken, weil sie ein Symptom des menschlichen Wunsches nach Verwandlung und Transzendenz sind.

Bei der Zusammenstellung meiner #MonsterMay-Liste half mir dieser Gedanke allerdings kaum weiter. Eine Frage, die sich mir bei der Auswahl mehrmals gestellt hat: Müssen sich Monster optisch von „normalen“ Menschen unterscheiden? Wie steht es mit menschlichen Monstern wie Norman Bates, Patrick Bateman oder Aileen Wuornos? Um eine Antwort zu umgehen, habe ich erst einmal klassische Monsterfilme gewählt, deren Zugehörigkeit zum Genre relativ unstrittig sein dürfte. Zwei weitere Auswahlkriterien waren: Der Film sollte mir unbekannt sein, musste sich aber schon in meinem Besitz befinden.

Die Godzila-Millennium-Staffel steht seit fast 10 Jahren ungesehen im Regal. Den Anfang meines #MonsterMay machte deswegen der Auftakt der Reihe: „Godzilla 2000: Millennium“. Darin geht es um ein Team von Godzilla-Wissenschaftlern, Godzilla selbst und ein sonderbaren Kometen, der sich als bösartiges Ufo herausstellt.

Die Faszination der „Godzilla“-Filme konnte ich immer nur zum Teil nachvollziehen. Einerseits mochte ich das Monster selbst, das stets wie eine Naturgewalt oder ein prähistorischer Gott über Japan hereinbrach und darüber das Verhältnis vom Mensch zur Natur thematisierte; auf der anderen Seite waren mir die Filme immer etwas zu monoton: Godzilla kommt, macht alles Mögliche kaputt. Versuche, es aufzuhalten, scheitern. Und dann gibt’s noch ein oder mehrere andere Monster, die von Godzilla im Finale zu Pappmaché verarbeitet werden. Was an den „Godzilla“-Filmen insgesamt dennoch vereinnahmt, ist ihr „Spirit“, der sich gerade in der Wiederholung des immer gleichen offenbart. Kennst du einen, kennst du alle. Aber kennst du alle, verstehst du immer noch nicht den einen, den einzig wahren, den König aller Monster. Denn dass Godzilla immer schon mehr sein sollte, als ein Monster, bekommt man auch in „Godzilla 2000: Millennium“ mittgeteilt – man könnte fast sagen mit dem Echsenschweif eingeprügelt: „Godzilla ist in uns. Er steckt in jedem von uns“, heißt es dort wahlweise viel oder nichts sagend an einer Stelle.

Meine Meinung zum Film insgesamt: Wie ein „Godzilla“-Film fühlt er sich zwar an, und rein tricktechnisch ist der Start der Millennium-Reihe gerade noch so okay, aber die Geschichte bietet wenig Neues und ist, was schwerer ins Gesicht fällt, äußerst langatmig angelegt. So richtig los geht der Film eigentlich erst zum Schluss, wenn Godzilla und sein Endgegner Orga (ein Godzilla-ähnliches Wesen, das sich aus dem Ufo manifestiert hat) gegeneinander antreten – und auch diese Auseinandersetzung fällt nicht durch besonderen Einfallsreichtum auf. Dazwischen: Viele, recht blass geratene menschliche Figuren, Faseleinen von Organizer G1 Zellen, aber wenig Godzilla. So ist es in diesem Godzilla-Film nicht das Immergleiche, das ermüdet, sondern vielmehr das Warten darauf.

Fazit: Ein schwacher Auftakt der Millenium-Staffel.

Bild © Splendid

 

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