Hansel & Gretel: Witch Hunters (Tommy Wirkola, USA / Deutschland 2013)

Posted by 24. Februar 2013

Hansel und Gretel

Für das Multimania-Magazin Nr. 24 habe ich zusammen mit Kollege Patrick den Aufschlag für die Rubrik „1 Film, 2 Meinungen“ gemacht. Hier mal mein (leicht gekürzter) Text, in dem ich die Rolle des Fürsprechers übernommen habe.

Filme bilden. So haben wir beispielsweise gelernt, dass Abraham Lincoln in Wirklichkeit ein furchtloser Vampirjäger war, dass Quatermain, Tom Sawyer, Dorian Gray, Captain Nemo und Dr. Jekyll dem gleichen Superhelden-Verein angehörten und die Gebrüder Grimm – das waren eigentlich Geisterjäger, die ihre Geschichten selbst erlebt haben. Und in Neuinterpretation von Hänsel und Gretel durch Tommy Wirkola („Deadsnow“) erfahren wir endlich die Wahrheit über das berühmte Geschwisterpärchen.

15 Jahre nach ihren Erlebnissen im Pfefferkuchenhaus haben sich Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) nämlich zu unerbittlichen Rächern gemausert, vor denen keine Hexe sicher ist. Ihr neuer Fall führt sie nach Augsburg, wo die böse Muriel (Famke Janssen) eine Reihe von Kindern entführt hat, um diese bei der nächsten Blutmond-Nacht zu opfern.

Natürlich gäbe es einiges an „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ zu kritisieren. So passt die Story aus der Feder von Wirkola und Dante Harper auf ein Post-it; der Umgang mit dem Thema Hexenjagd ist alles andere als sensibel; und die Eindimensionalität der Charaktere steht in eklatantem Kontrast zum gelungenen 3D des Films. Trotzdem: Wirkolas Film ist ein Spaß, den sich niemand mit Faible für fantasievollen Actiontrash entgehen lassen sollte. Er hat Witz, ein Pfefferkuchenhaus und ordentlich Tempo: Wenn Hänsel und Gretel ihre erste Hexe durch den Wald jagen, wird man förmlich in den Kinosessel gedrückt. Aber auch später gibt es immer wieder Momente, in denen der Film zu explodieren scheint. Das ist laut, bunt, spektakulär – und manchmal ziemlich blutig – und Bewegungskino wie es sein muss.  Und auch abseits der offensichtlichen Sensationen hat „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ einiges zu bieten. Es sind besonders diese zahlreichen fantasievollen Momente, die ganz nebenbei passieren, Momente voll grenzenloser Zärtlichkeit für den fantastischen Film.

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Bild © Paramount Pictures
 

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