Leprechaun 4 – In Space (Brian Trenchard-Smith, USA 1997)


Leprechaun4Eine Gruppe Space-Marines befreit eine Prinzessin aus den Händen eines Leprechaun. Der Geldgeber der Mission, Dr. Mittenhand, hat es auf die sich selbst heilende DNA der Prinzessin abgesehen. Doch der Leprechaun ist nicht tot und hat es an Bord des Raumschiffs geschafft, wo er die DNA-Mixtur manipuliert, woraufhin sich Mittelhand in eine gigantische Killerspinne – Dr. Mittenspider – verwandelt. Für die Crew beginnt der Kampf ums Überleben.

Wer schon bei der Inhaltsangabe denkt, was für ein Scheiß, hat auf jeden Fall den richtigen Riecher. Aber zunächst zum Guten: „Leprechaun 4 – In Space“ hat mir die Chance gegeben, drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Erstens ist der Film der Auftakt meines #Horrorctober, den ich in diesem Jahr aus Zeitmangel statt im Oktober bereits im September beginne. (Eigentlich wollte ich ihn schon im Rahmen des #MonsterMay schauen, aber auch da – Zeitmangel! Die Liste der Filme, ich in diesem Jahr gucken will, findet ihr hier, eine Liste der anderen Teilnehmer und ihrer Reviews hier.) Nun aber. Zweitens wurde ich herausgefordert. In der #RainbowChallenge der Blogkollegen von Trash-O-Meter wurde mir das Foto eines Regenbogens gezeigt, was den Betrachter – wenn ihm sein Leben lieb ist – unbedingt dazu veranlassen sollte, sich schnellstens einen Teil der „Leprechaun“-Reihe anzuschauen. Challenge accepted, mission accomplished! Und drittens ist mir „Leprechaun 4 – In Space“ bisher von so vielen Menschen empfohlen worden, dass es ohnehin mal an der Zeit war.

Ich weiß nicht, wie sich die Reihe seit dem von mir geschätzten ersten Teil entwickelt hat. Der vierte jedenfalls ist vor allem Trash, der sich selber nicht ernst nimmt. Die Spezialeffekte sind auf dem Niveau einer Folge Raumschiff Enterprise (und überhaupt denke ich gerade, mit etwas mehr Ernst und Mühe, hätte das eine wirklich gute Folge abgegeben…), das kann man bestimmt mögen oder sogar zum Kult erklären. Ich will auch nicht sagen, dass ich ihn komplett doof fand, als Posse über ausufernde, galaxienumspannende Gier, hat er seine Momente. Aber durch Referenzen an alle möglichen Klassiker wie „Star Wars“, „Aliens“ und „Starship Troopers“ oder „The Fly“ heischt er geradezu um das Gefallen eines einigermaßen allgemeingebildeten Cineasten, weswegen ich nicht so richtig warm geworden bin mit diesem trotz aller Skurrilitäten blutleeren Werk. Der Film hätte sein sollen wie eine Nasendusche mit Domestos, aber er ist eher wie ein Schluck abgelaufenes Brausepulver. Ich habe nichts gegen Unvollkommenheit, aber ich mag es nicht besonders, wenn ein Film damit kokettiert und seine Makel bewusst und selbstironisch ausstellt. Überhaupt: Ironie sollte man abschaffen oder so herunterdrehen, dass sie auf kleiner Flamme lodert, aber nicht den ganzen Film verschlingt.

„Am richtigen Ort zur richtigen Zeit werden wir alle zu Killern“ sagt einer der Knallchargen im Film. Das gilt übrigens auch für Kritiker. Ein ähnlich schmutziges Geschäft, in dem man auch mal wild auf Unschuldige ballert.

Bild © AVU
 

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