Picnic at Hanging Rock (Peter Weir, Australien 1975)


Seit einem Monat sitze ich auf einer Lichtung im Wald und versuche, das Gesehene zu verarbeiten. Die Luft ist heiß und staubig. Verdorrtes Gras. Am Horizont wachsen Berge. Die Geschichte ist einfach. Am Valentinstag im Jahre 1900 machen die Schülerinnen eines Mädcheninternats einen Ausflug zum Hanging Rock. Doch dann verschwinden auf mysteriöse Weise drei junge Mädchen und die Lehrerin Miss McCraw (Vivean Gray). Ein Mädchen taucht Tage später wieder auf, kann sich aber an nichts erinnern. Die anderen bleiben verschwunden.

Sie bleiben verschwunden und alles ist eben doch nicht so einfach in Peter Weirs Film „Picnic at Hanging Rock“. Es gibt keine Erklärung für die Ereignisse, die den Niedergang der Mädchenschule einläuten. Es gibt Verdächtige, aber ihnen kann nichts bewiesen werden. Wir wissen, dass eines der Mädchen ihr Verschwinden ankündigte, doch auch diese Spur verläuft im roten australischen Wüstensand. Eine Schülerin, Miranda (Anne-Louise Lambert) hält alles für übernatürlich, aber auch dieser Pfad wird nicht weiterverfolgt. In Weirs Film scheint eine Welt hinter der sichtbaren Realität verborgen, die aber nie in den Vordergrund tritt, doch man fühlt, dass da mehr sein muss. Aber das Geheimnis bleibt verborgen und wird bis zum Ende nicht preisgegeben. Rational konnte ich den Film nicht erfassen. Ich konnte nur dasitzen, genießen, die schwüle australische Luft atmen, dem Surren der Luft an Fuße des Hanging Rock lauschen. Und spüren, wie sich hinter den ruhigen Bildern etwas bewegt.

Manche Filme sind unvergleichlich. Peter Weirs „Picnic at Hanging Rock“ ist einer davon.  Sein Film ist eine stimmungsvolle Meditation voller Geheimnisse, die zu Panflötenmelodien über die Leinwand flimmert und sich tief in das Unterbewusstsein krallt und einen nie wieder los lässt.

Keine Ahnung.

Bild © Koch Media
 

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