Stage Fright (Michele Soavi, Italien 1987)

Posted by 6. Juni 2012

Irwing Wallace (Clain Parke) war Schauspieler – bis er wahninnig wurde und mehrere Menschen grausam umbrachte. Seine Zeit fristet der Irre streng bewacht in einer Psychiatrischen Anstalt. Doch dann verhilft ihm der Zufall zur Flucht. Er versteckt sich im Wagen zweier Schauspielerinnen, die auf dem Weg ins Theater sind, wo sie gerade intensiv ein neues Stück einüben. Doch daraus wird leider nichts. Wallace ist in seinem Element – das Theater wird zur Todesfalle.

Auf dem bereits erwähnten VHS-Tape waren auch ein paar Szenen aus „Stage Fright“ (OT: Diliria) drauf, und ich bin sehr froh, dass ich den Film jetzt einmal in Gänze sehen und mich von seiner Qualität überzeugen konnte. Die Szenen, die sich damals in mein Gedächtnis gebrannt haben, waren die recht brutalen Morde, die durch das irreale Aussehen des Killers – der trägt nämlich eine Eulen-Maske – noch verstärkt wurden. Aber der Film hat mehr zu bieten als seine ungemütlichen Mordszenen. „Stage Fright“ zeichnet sich durch einen recht ordentlichen Spannungsaufbau aus. Da wird nichts überhastet, aber auch nichts verschleppt. Die Exposition ist ausführlich genug, um sich mit den Figuren und der spezifischen Atmosphäre des Theaters vertraut zu machen. Später, wenn die Theater-Crew mit dem Killer in dem Gebäude eingesperrt ist, geht es dann konsequent, blutig und für das Genre recht abwechslungsreich zur Sache. Positiv hervorzuheben in diesem straighten Hauptteil ist noch, dass der Killer nicht ständig an Orten aufzutauchen pflegt, an denen er gar nicht sein kann, und auch sonst keine – oder sagen wir wenig – allzu unmöglichen Dinge vollbringt. Und die paar Kleinigkeiten, die etwas too much sind, verzeihen wir ihm gerne, schließlich trägt er ja eine so reizende Eulenmaske.

Michele Soavi, der auch als Schauspieler und Regieassistent (u.a. für Dario Argento und Terry Gilliam) gearbeitet hat und der den meisten wohl vor allem für seinen romantisch-atmosphärischen Zombie-Horrorfilm „Dellamorte Dellamore“ von 1994 bekannt sein dürfte, hat mit seinem Langfilmdebüt einen geradlinigen, gut getimten, optisch herausstechenden Film gemacht, der darüber hinaus noch ein grandioses Finale sein eigen nennt. Ja, die letzten zwanzig Minuten des Films sind sogar so gut, dass allein die ihn schon fast zum Klassiker machen. “Stage Fright” ist also mit anderen Worten ein hammergeiles Teil.

Bild © Laser Paradise
 

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