Tag: Bill Paxton

Trespass (Walter Hill, USA 1992)

Posted by 19. Juli 2015

TrespassDen beiden Feuerwehrmännern Vince Gillian (Bill Paxton) und Don Perry (William Sadler) fällt eine Schatzkarte in die Hände. In einem verlassenen Gebäude soll die Beute eines Kirchenraubs versteckt sein. Gold! So viel Gold! Hoffnungsfroh machen sich die beiden Männer auf die Suche, nicht ahnend, dass das Gebäude zur gleichen Zeit auch von King James (Ice-T) und seiner Gang zwecks Hinrichtung eines Rivalen besetzt wird. Und Zeugen können die Gangster natürlich nicht gebrauchen.

Ich kenne bisher nur wenige Filme von Walter Hill, und „Trespass“ legt den Schluss nahe, dass das ein großer Fehler ist. Zwar wird der Gesamteindruck ein wenig durch das linkische Schauspiel des Duos Ice-T & Ice-Cube geschmälert, aber ansonsten ist dies ein Film nach einem Drehbuch von Bob Gale und Robert Zemeckis ganz nach meinem Geschmack: hard-boiled, direkt, voller Action und trotzdem mit dem gewissen Subtext, der die Abenteuerfilme der letzten Dekaden kurzerhand auf die Müllhalde der Vergangenheit verweist. Glorreiche Abenteuer, edle Helden und echte Freundschaft, ja schöne Geschichten über Menschen, die etwas Tolles erleben – so die Aussage des Films – gibt es heute nicht mehr. Aber warum? Weil der Mensch gierig ist und das macht ihn hässlich. Goodbye Abenteuerfilm, Tschüss Buddymovie, Hallo „Trespass“!

Und weil ich eigentlich gar nicht mehr zu sagen habe, als dass ich den Film großartig finde, ende ich mit diesem von Wikiquote geklauten, aber sehr treffenden Sinnspruch: „Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, und dem Menschen, der Verstand bekommt! Denn es ist besser, sie zu erwerben, als Silber; denn ihr Ertrag ist besser als Gold. Sie ist edler denn Perlen; und alles, was du wünschen magst, ist ihr nicht zu vergleichen.“

Amen.

Bild © Koch Media

Aliens (James Cameron, USA 1986)

Posted by 16. Juli 2012

Was ist gefährlicher als ein Alien? Genau! Viele Aliens! Nach diesem Motto lässt es James Cameron richtig krachen.

Nach den Ereignissen in „Alien“ ist Ripley (Sigourney Weaver) 57 Jahre im Kälteschlaf durch den Weltraum unterwegs, bis sie von einem Bergungsschiff gefunden wird. Ihrem Bericht darüber, was sich damals auf der Nostromo zugetragen hat, glaubt allerdings niemand. Erst als der Kontakt zu den Siedlern abbricht, die mittlerweile auf Mond LV-426 leben, beginnt man sich für ihre Geschichte zu interessieren. Zusammen mit einer Handvoll Marines, soll Ripley auf den Mond zurückkehren, um die Lage zu klären.

Ich habe „Aliens“ schon ewig nicht gesehen, aber neulich dann endlich mal wieder. Und auch noch den Extended Cut und auf großer Leinwand. Das war schon toll. Trotzdem hatte ich irgendwie kaum Lust, die ganzen Vorzüge herunterzubeten. Nur soviel: Cameron zeigt mit „Aliens“, dass er die Regeln des Blockbuster-Kinos beherrscht, aber gleichzeitig in der Lage ist, die emotionale Seite seiner Geschichte perfekt und glaubhaft in ein Action-Szenario einzubinden. Dass Cameron beispielsweise, Ripley eine Tochter andichtet (die aber den mit der Raumfahrt verbundenen Relativitäsaspekten geschuldet nicht mehr unter den Lebenden weilt) gibt ihrem Verhältnis zu Newt (Carrie Henn) den notwendigen emotionalen Gehalt. Auch der zivilisationskritische Anspruch, der in späteren Filmen Camerons noch deutlicher wird, ist schon in „Aliens“ angelegt. Ich bin ja sonst niemand der überall Phallussymbole sieht, aber die sich tolldreist überschätzenden Marines werden von Cameron mit solch übergroßen Waffen ausgestattet, dass die Ironie mir hier sofort ins Auge springt.  Es ist zwar auch etwas widersprüchlich, aber gleichzeitig sehr gekonnt, wie Cameron einerseits die Steigerungsforderung des Blockbusterkinos bedient, dem Zuschauer aber andererseits eine beißende Kritik an eben jener Dynamik unterjubelt. Scotts Alien war toll, aber Camerons „Aliens“ ist vielleicht sogar noch besser, weil er mehr Zutaten und „mehr Dampf“ hat, ohne dass die Suppe zu irgendeiner Zeit überkocht.

Irgendwo habe ich mal gelesen, „das Kino der 1980er Jahre hätte noch Eier in der Hose” gehabt. (Ob mit dieser Aussage jetzt der Mut der Filmemacher gelobt oder das machohafte ihrer Filme kritisiert werden sollte, weiß ich nicht. Vielleicht zeigt sich in diesem Satz auch die Wirkung  der in den 1940er Jahren begonnenen Emanzipationswelle – schließlich brachten die 80er auch einige tolle Filmheldinnen hervor.) Für Camerons Film stimmt der Satz auf jeden Fall. Da gibt es ohne Zweifel sehr viele Eier.

Bild © Twentieth Century Fox