Tag: Charlton Heston

Berlinale 2013 – Tag 10

Posted by 17. Februar 2013

Touch Of Evil (Orson Wells, USA 1958)

Die Berlinale bietet auch zahlreiche Möglichkeiten, Klassiker auf der großen Leinwand zu sehen. Die Retrospektive stand in diesem Jahr unter der Überschrift „The Weimar Touch. The International Influence of Weimar Cinema after 1933“, worunter sich 31 Filme fanden, die noch einmal in fünf Kapitel unterteilt waren: „Rhythm and Laughter“, , „Light and Shadow“, „Variations“, „Know Your Enemy“ und „‚Unheimlich‘ – The Dark Side“. Aus letzterem habe ich mir gestern Orson Wells „Touch Of Evil“ angesehen. Ich bin weder Wells- noch Film-Noir-Kenner, aber der Film um eine Kleinstadt an der mexikanisch-amerikanischen Grenze und die Konfrontation zwischen dem rechtschaffenden mexikanischen Rauschgiftfahnders Miguel Vargas (Charlton Heston) und Polizei-Captain Hank Quinlan (Orson Wells) hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Vieles ist nicht wie es scheint in diesem Film. Auch wenn man bei Vertretern der schwarzen Serie schon damit rechnet, dass die Grenzen zwischen „Gut“ und „Böse“ verwischen, ist „Touch Of Evil“ in dieser Hinsicht noch einmal besonders ambivalent. Was mir am Film besonders gefallen hat: Wells in der Rolle des korrupten Cops und dieser großartige Anfang, bei dem  die Kamera ein Auto verfolgt, von dem der Zuschauer schon weiß, dass sich darin eine Zeitbombe befindet…

Frances Ha (Noah Baumbach, USA 2012)

Mit dem entspannten „Frances Ha“, einem Film über eine junge Frau (ganz toll: Greta Gerwig), die versucht, eine Wohnung in New York oder eigentlich sogar einen Platz in der Welt zu finden, geht meine Berlinale zu Ende. Ein wenig hat mich der Film, für den Regisseur Baumbach zusammen mit der Gerwig das Drehbuch geschrieben hat, an „Oh Boy“ erinnert. Das liegt bestimmt nicht nur darin, weil beide Filme schwarz-weiß sind und nicht nur von ihren dahintreibenden Hauptfiguren erzählen, sondern auch das Leben in einer bestimmten Stadt zum Thema haben. Es wird deutlich, dass Personen erst durch den Kontext zu dem werden, was sie sind. Bei Frances kann man das sehr gut beobachten. Als sie Weihnachten ihre Familie besucht oder als sie alleine nach Paris reist, wirkt sie wie verblasst. Richtig lebendig ist Frances, wenn sie mit ihrer besten Freundin Sophie (Mickey Sumner) zusammen ist. Eine Moral hat „Frances Ha“ meiner Meinung nicht. Aber er hat dennoch eine positive, optimistische Grundstimmung, die dem Zuschauer das Gefühl gibt, dass sich alles im Leben schon irgendwie zurecht ruckeln wird.