Tag: Chris Hemsworth

Thor: The Dark World (Alan Taylor, USA 2013)

Posted by 28. Oktober 2013

„Thor“, von Kenneth Branagh, war unter den Superhelden-Filmen der letzten Jahre einer der überraschendsten: Quietschbunt, aber dem nötigen Ernst und trotzdem nicht humorlos. Das aktuelle Sequel „Thor: The Dark World“ (auf deutsch: „Thor: The Dark KINGDOM“) von Alan Taylor ähnelt in vielerlei Hinsicht seinem Vorgänger, erreicht aber aufgrund seines mit Verweisen überfrachteten, oft beliebig wirkenden Drehbuchs fast nie dessen Stärke. Dem Script mangelt es nicht an guten Ideen,  aber vor allem herrscht ein erstaunlicher Mangel an dramaturgischem Gefühl. Die gut aufgelegten Darsteller und das wilde Finale retten zum Glück so einiges, auf dem Olymp der Superhelden-Filme ist für „Thor 2“ dennoch kein Platz. Mehr dazu von mir auf Kino-Zeit.de.

Cabin In The Woods (Drew Goddard, USA 2011)

Posted by 20. Juli 2012

Wenn jemand ein Garant für gute Ideen ist – dann Joss Whedon (“Firefly”, “Dollhouse”, “The Avengers“). Aber auch Drew Goddard hat als Drehbuchautor bei “Lost” (und manche finden auch bei “Cloverfield”) gezeigt, dass er einen kreativen Kopf hat. Aber eine tolle Idee macht noch keinen tollen Film. Das kann man jetzt bei „Cabin In The Woods“ sehr schön sehen.

Darum geht’s: Dana (Kristen Connolly), Curt (Chris Hemsworth), Jules (Anna Hutchison), Holden (Jesse Williams) und Marty (Fran Kranz) wollen ein entspanntes Wochenende in einer Waldhütte verbringen. Was sie nicht wissen: Schon vor ihrem Wochenend-Trip stehen sie unter ständiger Beobachtung. Sie sind scheinbar in einer Art Experiment die Versuchskaninchen.

Anders als die ahnungslosen Figuren erfährt der Zuschauer gleich von Anfang an, dass der Urlaub, die Hütte und alle weiteren Geschehnisse Teil eines Plans sind. Den beiden Versuchsleiter Sitterson (Richard Jenkins) und Hadley (Bradley Whitford) dabei zu zuzusehen, wie sie die fünf Freunde beobachten, mit ihren Kollegen Wetten auf den weiteren Verlauf der Ereignisse und das Ableben der Protagonisten abschließen, ist mitunter wirklich sehr komisch. Verglichen damit schlafft die Handlung in der Hütte gehörig ab. Mehr zu wissen als die Figuren ist selten eine gute Sache, und auch bei „Cabin In The Woods“ stiehlt dies Spannung. Sprich: Auch wenn die Grundprämisse von des Films interessant ist – im Detail hebt er sich dann eben doch nicht von anderen Horrorfilmen, sondern stellt sich sogar als recht durchschnittlicher Vertreter heraus. Man merkt Goddard an, dass er sich auf dem Regiestuhl noch nicht richtig eingerichtet hat. Nicht jeder Gag zündet und ebenso wenig wird jede Szene, die spannend sein müsste, zum Nagelbeißer. Zum Glück gibt es aber noch das Ende: Hier schaffen es Goddard und Whedon doch noch einmal zu verblüffen und entschädigen damit für manche Länge.

Insgesamt bietet „Cabin In The Woods“ eine nette Abwechslung zum Mainstream-Horror. Meiner Meinung nach braucht das Genre aber weniger Abwechslung als Qualität. Man muss nicht immer alles anders machen. Es einfach gut zu machen, reicht manchmal völlig.

Bild © Universum
 

The Avengers (Joss Whedon, USA 2012)

Posted by 29. April 2012

Wäre ich Anführer einer Superhelden-Gruppe, würde ich sie bestimmt nicht “Die Rächer” nennen. Das wäre mir irgendwie peinlich. Trotzdem. Joss Whedons „The Avengers“ gehörte für mich zu den meisterwarteten Filmen 2012.  Nachdem ich vorletzte Woche zur Pressevorführung leider krank war (und mich zu Hause mit Rob-Zombie-Filmen vergnügen durfte), habe ich diesen Most-Wanted nun gestern endlich in der regulären Vorstellung nachgeholt. Auch wenn meine hohen Erwartungen nun bestimmt nicht übertroffen und vielleicht sogar nicht einmal ganz erfüllt wurden, war „The Avengers“ zweifellos ein starker Superheldenfilm.

„The Avengers“ schließt an die Handlung von „Thor“ an, aber auch die Kenntnis von „Captain America: The First Avenger“ und den beiden „Iron Man“-Teilen schadet nichts: Loki (Tom Hiddleston), Halbbruder des Donnergottes Thor (Chris Hemsworth) hat sich mit einer außerirdischen Streitmacht verbündet, um die Erde zu erobern. Nick Fury (Samuel L. Jackson), der Kopf der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D., trommelt deswegen seine Rächer zusammen, um der Bedrohung Herr zu werden. Doch auch wenn die Helden – Thor, Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans), Hulk (Mark Ruffalo), Hawkeye (Jeremy Renner), Black Widow (Scarlett Johansson) – allesamt über beeindruckende Fähigkeiten verfügen, sind sie doch Einzelgänger und die Arbeit im Team nicht gewöhnt. Ein Umstand, den Loki hinterlistig ausnutzt…

Ich fange mal hinten an: Die letzte halbe Stunde, die gefühlt noch eine ganze Weile länger gedauert hat, gehört für mich nicht zu den Stärken des Films. Gesichtslose Außerirdische greifen die Erde bzw. zunächst einmal New York an und kriegen von den Rächern mit großem Krawums eins auf den Deckel. Das ist tricktechnisch durchaus beeindruckend und der ein oder andere Gag sorgt dafür, dass der Showdown seine Höhepunkte hat. Ich bin allerdings überhaupt kein Freund von solchen Materialschlachten, sie langweilen mich sehr schnell. Gelangweilt habe ich mich in diesem Fall zwar nicht, aber ich war auch nicht allzu weit davon entfernt. Aber wahrscheinlich sind solche Actionexzesse einfach ein Zugeständnis an Otto-Normal-Kinozuschauer, der ja auch dafür verantwortlich ist, dass sich Mist wie „Battleship“ seit ein paar Wochen an der Spitze der Deutschen Kinocharts hält. Wobei das bombastische Finale von Whedons Film zum Glück um Längen besser ist als alles, was Peter Berg seiner Schiffe-Versenken-Verfilmung gelungen ist.

Die Stärken von „The Avengers“ liegen allerdings weder in den guten Special Effects noch bei der – ebenfalls überzeugenden – Action, sondern, wie bei Joss Whedon üblich, in der Art und Weise wie die Figuren miteinander funktionieren. Schon „Buffy“, „Dollhouse“, „Firefly“ und „Serenity“ waren auch und vielleicht sogar vor allem deswegen so gut, weil zwischen den Figuren etwas passierte und Whedon in der Lage war, diese Chemie in grandiose Dialoge zu überführen. Das gelingt ihm auch bei „The Avengers“. Ganz egal, ob Black Widow versucht, Bruce Banner zu überzeugen, zum Team hinzuzustoßen, Iron Man und Thor aneinander geraten oder Phil Coulson (Clark Gregg) Captain America von seiner Leidenschaft für Superhelden-Sammelkarten erzählt – alle Szenen sind unglaublich charmant und witzig. Ebenfalls sehr gekonnt ist es, wie Whedon stets den Überblick behält und alle Figuren zu ihrem Recht kommen lässt. Niemand steht unangenehm im Vordergrund, allen wird die gleiche Aufmerksamkeit zuteil. Und sogar Figuren wie der einfach gestrickte Captain America in seinem komischen Kostüm wirkt in Whedons Film auf einmal nicht mehr so peinlich wie in Joe Johnston „Captain America – The First Avenger“. Whedon hat seine Helden alle lieb und macht interessante Einzelfiguren zu einer starken Truppe. Wenn ich der Anführer einer Gruppe Superhelden wäre, würde ich sie vielleicht auch “Die Rächer” nennen.

Bild © Walt Disney