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King Of Ants (Stuart Gordon, USA 2003)

Posted by 25. Juni 2014

king of antsBei einem Job lernt der Handwerker Sean (Chris McKenna) den Elektriker Duke (George Wendt) kennen, der ihn mit dem zwielichtigen Ray (Daniel Baldwin) bekannt macht. Ray engagiert Sean, er soll jemanden für ihn aus dem Weg räumen. Sean willigt ein, wird jedoch, als er auf seiner Bezahlung besteht, von Ray und seinen Schergen verschleppt und gefoltert. Sean kann entkommen – und beschließt, sich zu rächen.

Ich würde mich nicht als Stuart-Gordon-Fan bezeichnen, schon allein, weil ich einfach noch zu wenige Filme von ihm kenne. Aber zumindest „Re-Animator“ und „From Beyond“ mag ich sehr und „The Pit And The Pendulum“ sowie „Castle Feak“ finde ich immer in Ordnung. Ich war also sehr gespannt auf „King Of Ants“, meinen fünften Gorden-Film, der das Pendel irgendwie in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen würde. Und das hat er auch, allerdings nicht in die erwünschte Richtung. Denn obwohl „King Of Ants“ mir nicht richtig schlecht gefallen hat, wollte der Funke bei dieser Rache-Geschichte nicht überspringen. Was mir fehlte, um den Film richtig würdigen zu können, wären plastischere, nachvollziehbarere Figuren gewesen. Vielleicht tue ich „King Of Ants“ bereits an dieser Stelle ein wenig Unrecht, denn verglichen mit vielen anderen Filmen hat er sich bei den Figuren schon merklich mehr Mühe geben. Die typischen Genre-Knallchargen sucht man jedenfalls vergeblich. Trotzdem hätte das Screenplay von Charlie Higson meiner Ansicht nach, zumindest im Hinblick auf die Hauptfigur, differenzierter ausfallen müssen. So weiß man zwar, dass Sean sich mit Jobs über Wasser hält, aber das er jemand ist, der für ein bisschen Geld bereit ist, einen Mord zu begehen, das überrascht dann doch. Auch anders herum kommt mir der Plan der Bösewichte, Sean so lange auf den Kopf zu hauen, bis er verblödet, angesichts der Situation nicht besonders nachvollziehbar vor. Seltsam: Statt schon während der Misshandlungen auf Rache zu sinnen oder direkt nach der – hallo Zufall! – Rettung durch seinen Kumpel George (Timm Sharp), entschließt sich Sean erst, es seinen Häschern heimzuzahlen, nachdem Susan (Kari Wuhrer), die Frau des Mannes, den er umgebracht hat und mit der er nach seiner Befreiung ein Verhältnis beginnt, durch einen Unfall umkommt. Das ist genre-psychologisch positiv formuliert zumindest unkonventionell.

Ich könnte die Liste, der Dinge, die mir nicht plausibel erscheinen, fortführen, will jetzt aber nicht über das Ziel hinausschießen und mich zu sehr an diesen Details auslassen. Insgesamt hat mir „King Of Ants“ doch recht gut gefallen: Die einfache Geschichte, die aber doch ein paar Kapriolen vollführt, der manchmal fast dokumentarische Stil, ein paar recht seltsame Einfälle, die den Film aus der Masse hervorragen lassen, die teils drastischen, aber irgendwie auch bodenständigen Gewaltszenen… Nur einen neuen großartigen Film von Stuart Gordon habe ich eben nicht gesehen. „Re-Animator“ und „From Beyond“ stehen immer noch alleine da auf weiter Flur.

Bild ©  Whv