Tag: Eric Bress

Final Destination 4 (David R. Ellis, USA 2009)

Posted by 19. Oktober 2014

final destination 4#Horrorctober 8

Der Vollständigkeit halber, und weil ich mich an die anderen, bestimmt großartigen aber auch herausfordernden Filme aus meiner #Horroctober-Liste gerade nicht herantraue, gibt’s mit „Final Destination 4“ – dem Teil der Reihe, der mir noch fehlt – noch einmal Horror-Fastfood. Diesmal hat ein junger Mann namens Nick (Bobby Campo), der mit seinen Freunden ein Autorennen besucht, die Vision eines schrecklichen Unfalls. Viele Zuschauer wie auch er selbst kommen dabei ums Leben. Er und ein paar andere verlassen daraufhin die Rennstrecke – und kommen gerade so mit dem Leben davon. Zumindest vorläufig, denn der Tod lässt sich nicht so einfach ausbremsen.

Wesentliche Unterschiede zwischen diesem und den anderen Teilen gibt es nicht, wohl aber ein paar Details, die ihm einen gewissen Wiedererkennungswert geben, von denen einige ihn meiner Meinung nach aber zu dem schlechtesten der Reihe machen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist z.B. , dass die Todesfälle bis auf wenige Ausnahmen das indirekte Resultat einer moralisch fragwürdigen Handlung sind. Eine Figur will sich beispielsweise an einer anderen rächen – und setzt damit die Ereignisse, die zu ihrem Tod führen erst in Gang. Eine andere gibt einem Penner zu wenig Geld, wieder eine andere drängt eine Frisörin dazu, trotz Ladenschluss ihr noch die Haare zu schneiden. Diese moralische Note hat mich gestört, weil sie eine der Grundprinzipien der Reihe unterläuft. Der Tod macht keinen Unterschied zwischen den Menschen, wer dran ist, ist dran, Geschlecht, Hautfarbe, Charakter oder politische Einstellung spielen beim Sterben keine Rolle. Anders bei „Final Destination 4“, hier scheint der Tod die Sünden der Menschen zu bestrafen. Das ist nicht prinzipiell verkehrt, sondern vielmehr sehr typisch für das Genre. „Final Destination“ gräbt sich so aber selbst das Wasser ab, weil es eine Besonderheit aufgibt. Und im konkreten Fall ist das außerordenlich ärgerlich, weil Ellis, bzw. die Auroren Eric Bress und Glen Morgan hier nicht nur jeden Geschmack vermissen lassen, sondern schlicht nicht nachgedacht haben. Samantha (Krista Allen), eine der Überlebenden der Katastrophe, wird schon während des Rennens als Rabenmutter charakterisiert, weil sie ihre Kinder mit Tampons vor dem Geräusch der fahrenden Autos zu schützen versucht. Nach dem Unglück will sie sich mit Freunden treffen und benötigt dazu noch eine neue Frisur. Ihre Kinder schickt sie derweil in die nächste Spielhölle. Die „Strafe“ folgt auf den Fuß: Bei verlassen des Frisörsalons wird ihr Kopf – vor den Augen ihrer Kinder – von einem umherfliegenden Metallteil zerschmettert.

Unabhängig von solchen Verfehlungen, auf die bestimmt nicht jeder Zuschauer gleich sensibel reagiert, gibt es noch einiges mehr zu beanstanden. Die Tode sind seltsam lieblos in Szene gesetzt, jedenfalls wollte sich bei mir nie Spannung einstellen. Mein Highlight wäre noch der Tod in der Autowaschanlage gewesen (ich weiß schon, warum ich da so ungern durchfahre!). Wäre gewesen. Denn leider erkennt Ellis nicht, dass er hier den Stoff zu einem Highlight der ganzen Reihe in den Händen gehalten hat und bringt die potenziell nervenaufreibende Sequenz denkbar lahmarschig zum Abschluss. Das auffälligste Manko sind allerdings die CGI-Effekte, die wie aus dem günstigsten japanischen Gore-Flick aussehen. Meiner Meinung nach ist die Bedeutung von Spezial-Effekten überschätzt, aber im Falle von „Final Destination 4“ haben sie mich gestört bzw. herausgerissen. Wenn Sterben nicht mehr ist als ein paar rote Pixel, dann hat der Tod seinen Schrecken verloren.

Ich will nicht ungerecht sein. Verglichen mit den anderen Teilen schneidet der vierte (von den auffallend mangelhaften Effekten abgesehen) wahrscheinlich nicht einmal besonders schlecht ab. Wer weiß, hätte ich die Filme in einer anderen Reihenfolge oder diesen in anderer Stimmung gesehen, wäre mein Urteil vielleicht anders ausgefallen. So halte ich „Final Destination 4“ knapp nach dem ebenfalls von Ellis inszenierten zweiten Teil für den schlechtesten der Reihe.

Bild © Warner Home Video
 

Final Destination 2 (David R. Ellis, USA 2003)

Posted by 5. August 2014

final destination 2Kimberly (Andrea Joy Cook) will mit ihren Freunden in den Urlaub, doch kurz vor dem Highway hat sie eine Vision von einer Massenkarambolage, bei der sie selbst und viele weitere Menschen ums Leben kommen. Sie blockiert daraufhin die Autobahnzufahrt. Dadurch entgehen sie und andere der Katastrophe, die tatsächlich eintritt. Doch der Tod lässt sich nicht so einfach austricksen!

Zu früh gefreut. Also nicht nur Kimberly und die anderen Überlebenden, sondern auch ich. Der erste Teil hat hohe Erwartungen geweckt, die der zweite Teil leider nicht einhalten konnte, obwohl ich ihn für sich genommen auch nicht schlecht fand. Er leidet jedoch an der Krankheit vieler Fortsetzungen, einfach die Formel des Vorgängers anzuwenden und dabei auf Steigerung zu setzen. Im Falle des Kernthemas dieses Films – der Tode holt sich einige Teen, die zuvor dem Tod entronnenen sind – mag das noch funktionieren. Welcher Horrorfan wünscht sich nicht, dass in Filmen ordentlich gestorben wird. Durch mehr und vor allem bizarrere Todesfälle kommt ein imaginierter Fan also auf seine Kosten. Ich gehöre allerdings nicht zu der Sorte Zuschauer, weswegen „Final Destinantion 2“ in dieser Hinsicht schon einmal nicht punkten konnte. Aber auch in einem anderen Bereich setzten die Autoren, wie der schon für den ersten Teil verantwortlich zeichnende Jeffrey Reddick und, hinzugekommen, J. Mackye Gruber und Eric Bress, auf Steigerung.

In „Final Destination“ wurde der „Plan des Todes“ noch recht simpel gehalten: Man starb in der Reihenfolge in der man auch normalerweise gestorben wäre. Ausnahme: Man wird gerettet, dann wird man in der Reihenfolge übersprungen. In „Final Destination 2“ wird’s kompliziert. Hier wird nicht nur in umgekehrter Reihenfolge gestorben (inkl. Überspring-Faktor) und ich habe ziemlich schnell den Überblick verloren, jetzt kann man den Tod sogar besiegen, wenn neues Leben geschaffen wird – weswegen die Beteiligten mit aller Kraft versuchen, eine schwangere Frau, die bei dem Autobahnunglück ebenfalls davon gekommen ist, zu retten. Irgendwo hier bin ich inhaltlich ausgestiegen und habe versucht, mich am kreativen Ableben der Figuren zu erfreuen. Hier will ich bei aller Kritik – die Bestatter-Szene mit Tony Todd, die diesmal noch erzwungener wirkt, wäre da noch zu nennen –  doch noch anmerken, dass „Final Destination 2“, abgesehen von den grundsätzlichen, inhaltlichen Problemen, die ich mit ihm hatte, wieder ein ganz ordentlicher Horrorfilm geworden ist, der auf der Spannungsebene gut funktioniert. Wer da nicht das ein oder andere Mal zusammenzuckt, hat bessere Nerven als ich. Der Auftakt auf der Autobahn mag, was den Ablauf des Unfalls angeht, nicht ganz logisch sein, aber er ist wieder hervorragend inszeniert, und das gilt im Großen und Ganzen auch für den Rest des Filmes. Mein Fall war’s trotzdem nicht. Die schlanke Idee des ersten Teils ist hier so aufgedunsen, dass ich mich gar nicht traue, mit dem dritten zu weiterzumachen… sondern gleich mit „Final Destination 5“ weitermache, der ein Prequel sein soll. Prequel – das klingt für mich irgendwie nach Minimalismus, na mal sehen…

Bild © Warner Home Video