Tag: Halloween

Horrorctober 2015

Posted by 4. November 2015

Das war in diesem Jahr wohl nix mit dem #Horrorctober. 13 Filme wollte ich schauen, 4 habe ich dann nur geschafft. Und die Texte sind zu kurz und kommen zu spät, aber Bitteschön!

Tales Of Halloween (Neil Marshall, Lucky McKee, Darren Lynn Bousman u.a., USA 2015)

Ich bin kein großer Fan von Kurzfilmen, aber um mich schon Ende September in #Horrorctober-Stimmung zu bringen, hatte ich mir „Tales Of Halloween“ angeschaut. In zehn Episoden von zumindest handwerklich recht ordentlicher Qualität präsentieren namhafte Regisseure wie u.a. Neil Marshall, Mike Mendez oder Lucky McKee ihre kleinen Visionen von Halloween. Zu den Highlights der Compilation zähle ich Paul Solets atmosphärischen „The Weak and the Wicked“, in dem sich ein junger Mann mit dämonischer Hilfe einer Straßengang entgegenstellt. Auch gut weil witzig: Der Beitrag von Neil Marshall („The Descent“) um einen gemeinen Killerkürbis, der eine Kleinstadt terrorisiert. Genre-Fans dürfen sich über ein paar schöne Cameo-Auftritte von Joe Dante, John Landis und Stuart Gordon freuen. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich bei den meisten Filmen dieser Veröffentlichung eine wirklich gute Idee vermisst habe, die über das hinausgeht, was man ohnehin aus dem Genre kennt. Echte Überraschungen bietet „Tales Of Halloween“ leider nicht. Einzige Ausnahme: Lucky McKees greller Beitrag, der zwar nicht besonders spannend ist, aber durch seine Unangepasstheit positiv hervorsticht.

Julia’s Eyes (Guillem Morales, Spanien 2010)

Mein zweiter #Horrorctober-Film. In „Julia’s Eyes“ (OT: Los ojos de Julia) geht es um eine Frau, deren blinde Zwillingsschwester sich das Leben nimmt. Oder war es doch kein Selbstmord? Auch wenn ich die Geschichte rückblickend etwas wirr erzähle und jetzt auch nicht unbedingt wirklich glaubhaft fand, muss ich doch sagen, dass Guillem Morales aus seiner Prämisse viel herausholt und einen insgesamt spannenden Film hinbekommen hat, bei dem vor allem einige inszenatorisch gelungenen Momente in Erinnerung bleiben. Weil der Film nun aber schon fast anderthalb Monate zurück liegt und ich mir keine Notizen gemacht habe, fällt mir mehr zu sagen auch nicht ein. Wer Gruselfilme mag und mal etwas anderes sehen möchte, sollte trotzdem mal einen Blick riskieren.

Crimson Peak (Guillermo del Toro, USA 2015)

Nach seinen letzten Filmen – „Pans Labyrinth“, „Hellboy – Die goldene Armee“ und „Pacific Rim“ sind die Erwartungen an Guillermo del Toros neustes Werk natürlich gigantisch. In „Crimson Peak“ erzählt del Toro die Geschichte von Edith Cushing (Mia Wasikowska), die von dem Geist ihrer toten Mutter gewarnt wird:„Hüte dich vor Crimson Peak.“ Erst Jahre später wird ihr die Bedeutung dieser Worte klar, doch da ist sie schon mit Baronett Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) verheiratet und wohnt zusammen mit ihm und seiner Schwester Lucille (Jessica Chastain) auf dessen deren Anwesen – wo sie bald um ihr Leben bangen muss. Eines kann man del Toro nicht absprechen: rein optisch ist sein romantisches Gruselmärchen – abgesehen von den doof aussehenden CGI-Gespenstern – eine Augenweide. Allerdings scheint die kreative Energie, die in die Optik geflossen ist, an anderer Stelle zu fehlen. Irgendwo versteckt sich in diesen überbordenden Bilderwelten vielleicht ein guter Film, ich weiß es nicht, aber ich kann nicht abstreiten, dass ich mich beim ersten Sehen trotz Kino-Bonus etwas gelangweilt habe.

Opera (Dario Argento, USA 1988)

In Argentos Filmen spielt die Geschichte meist nur eine untergeordnete Rolle. Sie sind ästhetische Erfahrungen und wollen auch als solche wahrgenommen und geschätzt werden. Wer hier keinen Zugang findet, kann mit seinen Filmen oft nichts oder nur wenig anfangen und bleibt „außen vor“. Aber auch wenn es keine Geschichte im herkömmlichen Sinne gibt, so gibt es doch immer wiederkehrende Motive und Themen, wie z.B. auf einer sehr konkreten Ebene die ästhetische Gewaltakte, oder abstrakter, das Sujet des (Zu)Sehens. „Opera“ ist nicht nur deswegen interessant, weil er einfach einer der letzten großen Filme des Meisters Argento ist, sondern auch weil hier beide sich durch sein Werk ziehenden Elemente sehr schön deutlich zusammentreffen, weil hier das einem Mord zuschauen müssen, thematisiert wird. Die junge Opernsängern Betty (Cristina Marsillach) kann nach dem Unfall einer Kollegin deren Rolle in Verdis „Macbeth“ übernehmen, doch die Proben werden von Morden überschattet, deren Zeuge die junge Sängerin gezwungenermaßen wird. Ein feiner Film, zu dem ich mich gerne, irgendwann wenn mal Zeit ist, ausführlicher äußern möchte.

 

Halloween H20: 20 Years Later (Steve Miner, USA 1998) 

Posted by 29. Oktober 2014

Halloween H20#horrorctober 11

Weil ich schon bei „Halloween II“ eine Ahnung davon bekommen habe, wie sehr es mich stört, wenn sich Fortsetzungen wenig bis gar nicht um den „Geist“ des Originals scheren, und weil ich neugierig darauf war, „Halloween H20“ noch einmal in dem Wissen zu sehen (das letzte Mal war im Jahr des Kinostarts), dass Steve Miner auf dem Regiestuhl sitzt, habe ich umdisponiert und schaue mir zum Schluss meiner kleinen #horrorctober-Retro lediglich noch diesen „Halloween“-Teil an. War bereits die erste Fortsetzung überflüssig, so darf dieser Film immerhin wohlwollend als Folgefehler durchgehen.

Miners Film lässt die letzten Teile außer Acht und schließt inhaltlich an „Halloween II“ an. Zwanzig Jahre später lebt Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) unter dem Namen Keri Tate in Kalifornien. Als Direktorin der Elite-Schule „Hillcrest“ hat sie Verantwortung für viele Schüler, darunter ist auch ihr Sohn John (Josh Hartnett). Dem geht das überfürsorgliche Verhalten seiner Mutter extrem auf die Nerven. Deswegen kümmert er sich auch nicht weiter um ihre Warnungen, Michael Myers könne noch irgendwo da draußen sein, und stiehlt sich zusammen mit ein paar Freunden von einer Klassenfahrt davon, um im Keller des Internats eine wilde Party zu feiern. Hätte er auf seine Mutti gehört…

… wäre der Film auch nicht anders gelaufen. Michael, der Lauries Tarnidentität mittlerweile aufgedeckt hat, dringt in das gut gesicherte Internatsgelände ein und metzelt sich durch die Belegschaft. Dass nun ein paar Schüler mit John eine Party feiern, spielt für das Grundgerüst der Story keine Rolle. Und das ist wahrscheinlich auch schon der Hauptaspekt, der mich an „Halloween H20“ stört: Das meiste, was passiert, ist einfach ganz schrecklich egal. Miner hat Jason immerhin seine Maske geschenkt und damit die „Friday“-Reihe zu dem gemacht, was sie ist. Ein vergleichbarer Coup gelingt ihm bei „Halloween“ nicht. Für diesen Jubiläums-Film, der nach ursprünglicher Planung das endgültige Ende der Reihe markieren sollte, ist das Drehbuch von Robert Zappia, Matt Greenberg und Kevin Williamson echt schludrig – respektive: vieles macht einfach keinen Sinn. Das fängt mit diesem seltsamen Konstrukt des Internats an, reicht über die völlig unplausible Handlung (warum muss John seine Mutter erst überreden, mit am Schulausflug teilnehmen zu dürfen, nur um dann „heimlich“ doch zu Hause zu bleiben?) und schlecht geschriebene Charakter, wie z.B. Laurie Strode, die mittlerweile schwere Alkoholikerin ist, was für den Verlauf der Geschichte aber rein gar keine Rolle spielt.) Da helfen weder alte Stars wie Jamie Lee Curtis, die sich noch einmal erbarmt hat in ihre Rolle zu schlüpfen, noch die kommenden (Michelle Williams, Joseph Gordon-Levitt), noch die Handvoll Gänsehautmomente nicht weiter. Z.B. als Laurie – die Michael zuvor schon einige Male imaginiert hat – den Killer mit der weißen Maske dann wirklich sieht. Oder das Finale, in dem Laurie gegen ihren Nemesis antritt und ein für alle Mal (schön wär’s) einen Schlussstrich unter das Kapitel Halloween zieht. Solche Momente sind in Ordnung, vieles ist nicht wirklich schlecht – aber nichts ist eben richtig gut. Außerdem frage ich mich, was das Ende, wenn der eingeklemmte Michael seiner Schwester die Hand entgegenstreckt, bedeuten soll. Dass das Böse doch auch nur geliebt werden will? Wenn sich hier wirklich eine Idee versteckt, dann hätte sie besser ausgearbeitet gehört. Bei John Carpenter ist die künstlerische Vision bei der Umsetzung des Stoffs klar erkennbar. Das absolut Böse ist bei ihm eine unerklärbare, leere Größe. Miner nutzt die„Halloween“-typischen Gadgets, die weiße Maske, den Carpenter-Score, doch als hätten er und seine Autoren das Thema des Originals wirklich verstanden, kommt es mir nicht vor.

Mir hat der Film vor allem noch einmal klar gemacht, was ich am ersten sowieso, aber vor allem auch am unterschätzen zweiten Teil der Reihe eigentlich hatte. Ich überlege seit zwei Tagen, ob man „Halloween H20“ als einen würdigen Ausklang der Reihe betrachten kann, aber dazu kann ich mich leider nicht entschließen. Das beste, was ich gerade noch über diesen siebten Teil sagen kann: es hätte schlimmer kommen können.

 Bild © Lions Gate