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Leprechaun (Mike Jones, USA 1993)

Posted by 20. Juni 2013

leprechaun„Leprechaun“ ist einer dieser Filme, um die ich immer einen Bogen gemacht habe. Wahrscheinlich lag’s am Bösewicht, dem von Warwick Davis („Willow“) gespielten Killerkobold, den ich irgendwie uncool fand und finde. Weil mir die DVD letztes Wochenende auf einem Cuxhavener Flohmarkt quasi für umsonst in die Hände gefallen ist, bin ich gestern endlich über meinen Schatten gesprungen – und habe es nicht wirklich bereut.

J.D. Reding (John Sanderford) hat sich ein Haus auf dem Land gekauft. Zusammen mit seiner Tochter Tory (Jennifer Aniston), die davon gar nicht begeistert ist, will er das Haus auf Vordermann bringen. Was beide nicht wissen: In dem Haus ist seit 10 Jahren ein fieser kleiner Leprechaun gefangen, den sie unabsichtlich befreien. Auf der Suche nach seinem Schatz tötet der fiese Kobold alle, die sich ihm in den Weg stellen.

Ein Leprechaun ist ein boshaftes Fabelwesen aus der irischen Mythologie. Der Sage nach ist es gierig und hinterlistig – beschenkt aber denjenigen reich, dem es gelingt, ihm das Versteck seines Schatzes zu entlocken. Mike Jones hat die Vorlage zur Kenntnis genommen, übertreibt die negativen Eigenschaften des Leprechaun allerdings drastisch und macht die Sagengestalt zu einem an schlechten Scherzen Gefallen habenden, fiesen Killer. Das ist ja erst einmal keine schlechte Idee, deren Umsetzung ist allerdings zwiespältig. Zumindest am Anfang hatte ich große Probleme mit der lahmen Dramaturgie und der 08/15-Story. Auch fehlte mir irgendwie eine zusätzliche Ebene, die dem Film noch etwas mehr Tiefe gegeben hätte. Im weiteren Fortgang hat sich mein erster Eindruck zum Glück ein wenig relativiert. Zwar wird die Geschichte nicht überraschender und der Verlauf bewegt sich im Rahmen der Erwartungen. Trotzdem nimmt der Film Fahrt auf, und die sich häufenden trashig-grotesken Einfälle machen Spaß und haben mich nicht nur einmal an die „Nightmare“-Reihe denken lassen. Ja, wenn man es recht bedenkt, hat der Leprechaun in Aussehen und Charakter gar nicht mal so wenig Ähnlichkeit mit Freddy Krueger.

Außerdem positiv: Irgendwie hat es Jones geschafft, mich auf angenehme Weise ein wenig hinters Licht zu führen. Den lustig angezogenen kleinen Kerl nimmt man trotz seiner Angeberei nicht so richtig ernst, doch nach und stellt man fest, dass er sein Gold durchaus wiederhaben will und er seine ganze Kraft einsetzt, es zu bekommen. Und mit Kraft ist tatsächlich Körperkraft gemeint. Auch wenn der Kobold ein wenig zaubern kann und ein paar Tricks auf Lager hat, geht er sehr physisch gegen seine Opfer vor: er beißt und kratzt und hier und da bricht er auch mal ein Genick. Das waren in den 90ern noch alles schöne, handgemachte, grumpelige Effekte und die stehen „Leprechaun“ und seiner Hauptfigur gar nicht schlecht zu Gesicht. Ach ja, und Jennifer Aniston in ihrer ersten Kinorolle. Die Szene, in der der Leprechaun ihrem Arsch nachrennt, ist wirklich lustig.

Ich habe meine Meinung zu Killerkobolden nach dem Film nicht komplett geändert. Aber gefallen hat mir „Leprechaun“ wie gesagt trotzdem. Und ich freue mich nun fast schon ein wenig auf die kommenden Teile, vor allem auf den vierten, der mir gerade auf  Twitter von Trash-Commando nachdrücklich ans Herz gelegt worden ist.

Bild © Splendid Film/WVG