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Horrors of the Black Museum (Arthur Crabtree, Großbritannien 1959)


Horrors Of The Black Museum#horrorctober 13, Nachtrag

So ein schöner Titel und dann so ein zerfahrener Film, der irgendwie nicht auf den Punkt kommt, oder keinen hat. Vielleicht war ich zu müde, vielleicht von den zwölf vorausgehenden, teilweise recht expliziten Filmen etwas übersättigt, jedenfalls konnte mich dieser Nachzügler meines #horrorctober nicht so recht überzeugen. Es geht um eine Mordserie erschüttert London, die London in Angst und Schrecken versetzt. Inspektor Graham (Geoffrey Keen) und das Scotland Yard sind ratlos. Auch als sich der vermeintliche Täter stellt, gehen die Morde weiter. Der Psychiater Dr. Ballan (Gerald Anderson) ist der erste mit einem handfesten Verdacht: Steckt vielleicht der von Morden faszinierte Schriftsteller und Journalist Edmund Bancroft (Michael Gough) – sein Patient! – dahinter?

Während Scotland Yard noch rätselt, weiß der Zuschauer längst Bescheid. Wohin der Hase ist nach wenigen Minuten klar, der Rest ist Warten, dass mal wieder ein Mord geschieht oder wenigstens handlungsmäßig irgendwas Überraschendes geschieht. Tut es – von dem kingkongesken Finale einmal angesehen – leider nicht. Mit Ausnahme von Bancroft, bleiben alle anderen Figuren blass. Selbst dessen Gehilfe Rick (Graham Curnow), zu dem er ein sehr besonderes Verhältnis hat, die im Verlauf des Films noch sehr wichtig wird, bleibt skizzenhaft.

Der Film hätte selber ein wenig mehr sein müssen, wie ein Museum, das zweifellos dann die größte Anziehungskraft hat, wenn es seltene Exponate in ihm zu sehen bzw. es schlicht überhaupt etwas zu entdecken gibt. Davon ist in Crabtrees Film aber zu wenig zu sehen. Man mag ihm zu Gute halten, dass er für vieles, beispielsweise den italienischen Giallo ein Vorläufer gewesen sein mag, aber um zu goutieren, wer vielleicht von wem irgendwie, irgendwann inspiriert wurde, kenne ich mich in den Jahrzehnten zu wenig aus. Ich weiß nur: Robert Fuest hat das gut zehn Jahre später in „The Abominable Dr. Phibes“ wesentlich besser hinbekommen. Sein von dem grandiosen Vincent Price gespielter Antagonist hat sich wirklich ein paar schräge Sachen einfallen lassen, um die nach seiner Sicht Schuldigen um die Ecke zu bringen. Bei Crabtree muss man sich mit einem manipulierten Fernglas, einem Elektrodings sowie ordinären Dolch und Zange zufrieden geben. Außerdem hatte Phibes für einen Psychopathen ein recht anständiges Motiv, dass ihn nicht nur zu einer gruseligen, sondern auch zu einer tragischen Figur gemacht hat. Der Schurke in „Horrors of the Black Museum“ hat nichts davon, sein diffuser Hass auf Frauen macht ihn genauso wenig plastisch wie sein behauptetes Interesse für Morde, dass leider nicht einmal im Gebrauch der sicherlich zahlreichen Mordwerkzeugen seines schwarzen Museums zum Ausdruck kommt.

Als Fazit sage ich mal „ganz nett“, aber was heißt das schon für einen Film, der gruselig sein will?

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