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Cigarette Burns (John Carpenter, USA 2005)

Posted by 9. Juni 2012

Der kürzlich gesehene „The Ward“ hat mir wieder ganz schrecklich Lust auf John-Carpenter-Filme gemacht. „Cigarette Burns“, sein Beitrag für die Horror-Kurzfilm-Reihe „Masters Of Horror“, hat dieser Euphorie allerdings gleich wieder einen Dämpfer versetzt.

Geld spielt für Bellinger (Udo Kier) keine Rolle. Was er will ist die letzte Kopie des Films „Fin Absolute du Monde“, die seit ihrer Uraufführung als verschollen gilt. Deswegen soll Jimmy Sweetman (Norman Reedus), Kinobesitzer und Experte für die Beschaffung besonderer Filme, Bellinger die Kopie verschaffen. Das trifft sich für Jimmy gut, schließlich schuldet er dem Vater seiner verstorbenen Frau noch viel Knete, was er nach erledigtem Job zurückzahlen könnte. Doch Geld ist bald seine kleinste Sorge. Je näher er dem Film kommt, desto auswegloser verliert er sich in einer düsteren Welt voller tödlicher Geheimnisse.

Nein, dieser Film ist John Carpenter nicht besonders gut gelungen. Gemessen an den anderen Teilen der „Masters Of Horror“-Reihe mag er okay sein, bezogen auf Klassiker wie „Halloween“, „The Thing“, „Prince Of Darkness“, „The Fog“ (uvm.) fällt „Cigarette Burns“ aber gehörig ab.  Sich als Filmemacher einmal selbstreflexiv mit den Schattenseiten seiner Kunst auseinandersetzen zu dürfen, muss für Carpenter verlockend gewesen sein. Doch es wird schnell deutlich, dass die Story aus der Feder von Drew McWeeny und Scott Swan Carpenters Stärken, beispielsweise der klaustrophobischen Inszenierung von Raum, nicht wirklich entgegenkommt.

Das soll jetzt gar nicht in einen umfassenden Verriss münden. Ganz unspannend ist „Cigarette Burns“ nicht. Und für Fans deftiger Szenen gibt es auch den einen oder anderen Moment – z.B. als eine Figur auf die Idee kommt, den Filmprojektor mit Gedärmen statt Zelluloid zu füttern. Außerdem haben wir noch einen gefangenen Engel ohne Flügel, der traurig auf einem Drehpodest ausgestellt wird. In seinen  besten Momenten erinnert „Cigarette Burs“ sogar ein wenig an Polanskis „The Ninth Gate“ oder an Theodore Roszaks  Roman „Schattenlichter“. Aber letztlich sind die knappen 60 Minuten Spielzeit einfach zu wenig, um derartige Ideen weiterzuentwickeln. Also kein Verriss, aber dennoch die Enttäuschung darüber, dass „Cigarette Burns“ einfach nur ein gerade mal überdurchschnittlicher Kurzfilm in einer mittelmäßigen Horror-Reihe ist.

 Bild © Splendid