Tag: Pia Marais

Berlinale 2013 – Tag 5

Posted by 12. Februar 2013

Before Midnight (Richard Linklater, USA / Griechenland 2013 )

Nach „Before Sunrise“ (1995) und „Before Sunset“ (2004) kommt mit „Before Midnight“ nun der dritte Teil von Richard Linklaters dialoglastiger Romanze um Jesse (Ethan Hawk) und Céline (Julie Delpy) auf die Leinwand. Die beiden, die sich damals in Wien zum ersten Mal trafen und nach ihrer erneuten Begegnung in Paris zusammengeblieben sind, verbringen ihren Urlaub gemeinsam mit ihren beiden Töchtern in Griechenland. Die Schauspieler sind die gleichen geblieben. Ihr Esprit ebenfalls. Nur die Themen haben sich weiterentwickelt. Für mich der beste, aber auch der düsterste Teil der „Before…“-Reihe!

Layla Fourie (Pia Marais, Deutschland / Südafrika / Frankreich / Niederlande 2013)

Auf dem Weg zur Arbeit überfährt Layla (Rayna Campbell) einen Mann. Aus Angst, der Unfall könne die Trennung von ihrem Sohn bedeuten, versteckt sie die Leiche auf einer Müllhalde und geht nicht zur Polizei. Doch dann lernt sie durch Zufall den Sohn (August Diehl) des Mannes kennen. Der misstrauische junge Mann scheint Verdacht zu schöpfen, dass Layla ihm etwas verschweigt. Apropos verschweigen: Die Ironie der Geschichte ist, dass Layla für eine Firma tätig ist, die sich auf die Arbeit mit Lügendetektoren spezialisiert hat. Um den Job zu bekommen, hatte sie – an den Detektor angeschlossen – glaubhaft versichert, dass sie immer ehrlich ist. Zu allem Überfluss musste sie gleich an ihrem ersten Arbeitstag genau den Mann einem Lügentest unterziehen, dessen Vater sie kurze Zeit später überfahren sollte. Mir waren das ein paar Zufälle zu viel. Was ich allerdings mochte: Die allgegenwärtige Atmosphäre der Bedrohung, der Gefahr und des Misstrauens. Ach ja: Der Film spielt in Süd-Afrika. Laya ist schwarz, ihr Opfer und dessen Sohn weiß.

Love Battles (Denis Côté, Kanada 2013)

Eine Frau. Sie (Sara Forestier) ist wegen des Todes ihres Vaters in das Heimatdorf zurückgekehrt. Ein Mann. Er (James Thiérrée) lebt in einem Haus, werkelt vor sich hin, schreibt. Immer wenn die beiden aufeinandertreffen, kommt es erst zur verbalen, später auch zur körperlichen Konfrontation. Frau gegen Mann, Mann mit Frau. Aus Rangeln wird Rammeln in Denis Côtés „Love Battle“ (OT: Mes séances de lutte), der in seinen besten Momenten akrobatisches, erotisches Körperkino ist. Leider reden die beiden Kämpfer allerlei Zeug und das ist dann wieder gar nicht schön. „Love Battles“, das ist ein intensiver Trip irgendwo zwischen Altherren-Phantasie und koitaler Philosophie.