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Friday The 13th (Sean S. Cunningham, USA 1980)

Posted by 31. August 2014

Freitag der 13.Freddy Kruger, Michael Myers, Jed Sawyer alias Letherface: alle kult. Und auch Jason Voorhees hat es irgendwie geschafft, in die Gruppe der legendären Filmkiller aufgenommen zu werden. Dabei spielt er im ersten Teil seiner eigenen Reihe noch nicht einmal mit. Und auch in der ersten Fortsetzung ist er noch nicht der, für den ihn seine Fans lieben. Ich habe schon seit einiger Zeit Lust, mir die Filme der „Friday The 13th“-Reihe und die Entwicklung seines „Helden“ genauer bzw. überhaupt mal anzusehen. Nur vom ersten Teil kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich ihn kenne. Über ihn habe ich 2009 mal was geschrieben (–> KLICK). Die anderen Teile bilden in meinem Kopf einen undefinierbaren Brei.

Nach dieser erneuten Begegnung mit „Friday The 13th“ kann ich schon mal sagen: er hat mir ein gutes Stück besser gefallen als 2009. (Dass ich ihn „Unglückswerk“, „reizlosen Film“, künstlerisch belanglos und „langweilig“ genannt habe, ist mir fast ein bisschen peinlich.) Der erste Teil ist interessanterweise derjenige, mit dem ich keine Jugenderinnerungen verbinde. Ein paar von den Teilen, in denen Jason der eishockeybemaskete Killer ist, habe ich schon zu meiner Schulzeit, in einem zarten Altern in dem man solche Filme vermutlich noch nicht sehen sollte, zu Gesicht bekommen. Ich erinnere mich noch, wie ein älterer Junge den Film aus dem Bus herausgereicht hat. Dazu musste ich immer morgens wenn es noch dunkel war zur Bushaltestelle, wo ich wartete und hoffte, dass er wieder einen Film für mich dabei hatte. Jedenfalls, den ersten Teil habe ich erst wesentlich später gesehen und ich weiß noch, dass ich mehr als nur ein bisschen enttäuscht war, dass er mit der späteren Reihe so wenig zu tun hatte.

Auch wenn ihm der leicht verruchte, nihilistische Charme seiner schmuddeligen Nachfolger etwas abgeht, halte ich heute „Friday The 13th“ für einen Film, der zu Recht zu den Klassikern des Genres gerechnet werden kann. Die Story um ein paar Junge Leute, die in einem Camp am See von einem Unbekannten niedergemetzelt werden, verdient zwar keinen Preis und auch handwerklich konnte ich keine wirklichen Innovationen ausmachen. Aber in Sachen Atmosphäre hat Cunninghams Film, der immer wieder durch die feine subjektive Kamera oder tolle Shots aus schrägen Perspektiven positiv heraussticht, einiges zu bieten. Und auch farbdramaturgisch gibt es tolle Momente: diese bunten Regenmäntel, die die Figuren in der regnerischen Nacht tragen, haben es mir auch diesmal wieder angetan. Einen Großteil des Films sind sie einfach helle, bunte Punkte in der endlosen Finsternis, Irrlichter, die durchs Camp am Crystal Lake huschen, die, ohne es zu wissen, eigentlich schon tot sind. Passend dazu: Die Musik von Harry Manfredini, die  zwischen nervig und genial schwankt und in ihren besten Momenten richtiges Giallo-Feeling aufkommen lässt.

2009 schrieb ich über den Film: „Was zwischen den Morden passiert, ist so schrecklich banal. Das Drehbuch bleibt vor allem wegen seiner platten Dialoge in Erinnerung.“ Das sehe ich inzwischen anders. Besonders der ruhige Anfang und das Geplänkel zwischen den Figuren kam mir diesmal sehr locker und mit leichter Hand inszeniert, mitunter sogar improvisiert vor. Die Szene mit der Schlange im Zimmer, die ich in dem Filmstarts-Text für den unfreiwilligen Humor des Films herausstellte, fand ich diesmal richtig toll. Betsy Palmer betitelte das Drehbuch als einen Haufen Scheiße, machte aber trotzdem mit, weil sie ein neues Auto brauchte. So ist das wahrscheinlich oft im Leben, man weiß erst später, wofür es eigentlich gut war. Auch Cunningham hat sich wohl nicht gedacht, dass er mit „Friday The 13th“ den Auftakt zu einer der erfolgreichsten Horrorreihen ins Leben rufen würden. Und auch ich hätte mir bei meiner Erstbegegnung mit dem Film nicht vorstellen können, dass ich ihn von mal zu mal besser und mittlerweile gar nicht mal so übel finden würde.

Bild © Paramount Home Entertainment