Tag: Val Kilmer

Twixt (Francis Ford Coppola, USA 2011)

Posted by 7. Dezember 2012

Die Zeiten von „Der Pate“, „Apocalypse Now“ oder „Dracula“ sind lange vorbei. Und selbst die Klassiker von Francis Ford Coppola gehören nicht gerade zu meinen Lieblingsfilmen. Umso überraschter war ich, als ich heute Coppulas aktuellen Film angesehen habe. „Twixt“ ist vage, unberechenbar und hinter seiner B-Movie-Fassade wunderschön.

Hall Baltimore (Val Kilmer) hat sich auf Hexen-Romane spezialisiert, doch seine Karriere hat schon bessere Zeiten gesehen. Als ihn eine Lesetour in das verschlafene Nest Swann Valley führt, wittert Baltimore den Stoff für eine neue Geschichte: In dem Städtchen sind vor kurzem mehrere Morde geschehen, die einem Serienkiller zugeschrieben werden. Als Baltimore im Traum erst der Geist eines der ermordeten Mädchen (Elle Fanning) und dann Edgar Allan Poes (Ben Chaplin) erscheint, weiß er – er ist auf der richtigen Spur. Zusammen mit dem Sheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern) beginnt er die Hintergründe der Morde zu recherchieren.

„Twixt“ ist ein wunderbares Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Coppola seinen Visionen freien Lauf lassen darf.  Was auf den ersten Blick „nur“ ein schaurig schönes Gothic-Märchen ist, gewinnt auf den zweiten immer mehr Facetten und Komplexität. Was echt ist und was ein Traum lässt sich bald nicht mehr unterscheiden. Und auch der rote Faden des Films verliert sich zusehends im Nebel. „Twixt“ ist: ein Metafilm, ist: ein rätselhaftes, faszinierendes Etwas zwischen allen Stühlen, ist: ein Kommentar und gleichzeitig sehr persönliches Dokument zum kreativen Prozess, der entfernt an „Mulholland Drive“, „Barton Fink“ oder „Synecdoche, New York“ erinnert und einlädt, sich tiefer mit dem Werk dieses Filmemachers zu beschäftigen.

Bild © Studiocanal