The Fear (Michael Samuels, UK 2012)

Posted by 15. Februar 2014

the fearDas älteste und stärkste Gefühl ist Angst, die älteste und stärkste Form der Angst, ist die Angst vor dem Unbekannten“, schreibt H. P. Lovecraft. Und ich frage mich, ob vielleicht sogar noch eine weitere Steigerung möglich ist, und das größte Grauen darin liegt, wenn man sich selbst unbekannt wird. Dies zumindest legt Michael Samuels vierteilige Mini-Serie „The Fear“ nahe.

Die Serie handelt von dem ehemaligen Gangster Richie Beckett (Peter Mullan) der mittlerweile ein eine angesehene Persönlichkeit in Brighton gebracht hat. Als seine Söhne, Matt (Harry Lloyd) und Cal (Paul Nicholls), die in zwielichtige Geschäfte verwickelt sind, Probleme einer albanische Familie bekommen, würde Richie gerne helfen, doch auch erst selbst hat Probleme: In letzter Zeit ist er mürrisch, schläft schlecht und hat immer größere Erinnerungslücken. Bei einem Treffen mit den Albanern kommt es zur Katastrophe: Richie attackiert plötzlich das Familienoberhaupt der rivalisierenden Gang. Das bedeutet Krieg. Doch muss Richie nicht nur den Verfall seines Herrschaftsgebiets mit ansehen, sondern auch miterleben, wie seine Welt verschwindet und sein Verstand aufgrund einer Demenzerkrankung zu Staub zerfällt.

Selten wurde der physische so eng und bildhaft an den physischen Verfall gekoppelt wie hier. Mich hat „The Fear“ an eine Mischung aus Martin Suters „Small World“ und eine düstere Variante der „Sopranos“ erinnert. Doch werden diese Vergleiche Samuels Miniserie nicht gerecht. Richies Krankheit so absolut, so endgültig und hoffnungslos, dass es mir immer wieder eine Gänsehaut beschert hat. Es gibt keine Helden und auch ein Happy End, aber das sollte jedem von den ersten Minuten klar gewesen sein. Nach dem Fall kommt irgendwann der Aufprall. Der Rest ist Vergessen.

Etwas ausführlicher schreibe ich über die Serie in der März-Ausgabe des AGM Magazins.

Bild © Polyband/WVG
 

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