The Lords Of Salem (Rob Zombie, USA 2012)


lordsDass ich gar nichts mit Rob Zombie anfangen könnte, wäre übertrieben. Aber wie man hier, hier und hier lesen kann, habe ich zumindest ein zwiespältiges Verhältnis zu seinen Filmen. Mit „The Lords Of Salem“, Zombies Version von „Rosemary’s Baby“, hat der Regisseur und Musiker nun einen Film gemacht, bei dem ich nicht anders kann als fasziniert zu sein.

Heidi (Sheri Moon Zombie) betreibt zusammen mit Whitey (Jeff Daniel Phillips) und Munster (Ken Foree) den lokalen Radiosender „Big H Radio Team“ in Salem. Als ihr eine Schallplatte von den ‚Lords’ vor die Tür gelegt wird und Heidi diese abspielt, hat sie seltsame Visionen, die in den kommenden Tagen immer stärker werden.

Mehr muss über den Inhalt gar nicht verraten werden. Zumal: Eine richtige Geschichte erzählt Zombie in „The Lords Of Salem“ auch gar nicht. Überdies legt er kaum Wert auf die Figurenzeichnung. So erfahren wir von Heidi nur, dass sie einmal drogenabhängig war. Das macht aber nichts, denn  Zombies Film funktioniert weniger als plausible Narration, sondern als coenästhetischer Fiebertraum und wilder Höllenritt. Dass Zombie so etwas kann, hat er ja schon im Finale von „House Of 1000 Corpses“ unter Beweis gestellt, aber hier, bei „The Lords Of Salem“, gelingt ihm das noch einmal wesentlich besser. Auch wenn der Film den einen oder anderen campigen Moment hat, ist er im Ganzen in seinen Mitteln doch wohldosiert. Zombie weiß, dass man mittlerweile mit übertriebener Gewalt und heftigen Erschreckmomenten keinen Horrorfan mehr hinterm Ofen hervorlocken kann. Gruselig, ja sogar verstörend ist sein neuer Film trotzdem. Irgendwie gelingt es Zombie, dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegzureißen und ihn in eine tiefe schwarze Grube fallen zu lassen. Es ist eine zu tief beängstigende Orientierungslosigkeit, die den Zuschauer während des Sturzes überfällt, eine, die den moralischen Kompass außer Kraft setzt und die sich im weiteren Verlauf immer mehr in nagende Angst verwandelt. Was, Herr Zombie, wartet dort am Boden dieser Grube auf uns? Nichts Gutes, wie ich mir denke. Ich jedenfalls werde nach dem Film keine Platten mehr rückwärts hören.

Bild © Momentum Pictures Home Ent
 

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