Two Thousand Maniacs! (Herschell Gordon Lewis, USA 1964)

Posted by 28. März 2013

2000 maniacsDie Videothek bei mir um die Ecke ist vermutlich eine der schlechtesten in ganz Berlin: Geringe Auswahl; und die ranzigen Gebrauchtfilme sind teurer als neue bei Mediamarkt oder Amazon. Neulich jedoch hab ich mal ein Schnäppchen gemacht: Herschell Gordon Lewis „Two Thousand Maniacs!“ für 1,80 Euro.

Das kleine Südstaaten-Städtchen Pleasant Valley und seine Bewohner sehen auf den ersten Blick ganz harmlos aus. Doch alle 100 Jahre steht ein Jubiläum der ganz besonderen Art an: Die Durchreisenden aus dem Norden ahnen anfangs noch nicht, dass sie die Hauptattraktion der Feierlichkeiten sein sollen – und dass sie diese nicht überleben werden.

„Two Thousand Maniacs“ hat schon deswegen den Status als Klassiker inne, weil er als einer der ersten Splatterfilme gilt. So richtig splattrig ist es 1964 natürlich noch nicht zugegangen, zumal Lewis bei knapp zwei Wochen Drehzeit und 65.000 Dollar Budget in seinen Möglichkeiten stark beschränkt war, aber es gibt dennoch einige Szenen, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Man erkennt deutlich, was sich in diesem Film andeutet, und ich muss gestehen, dass er mir trotz Billig-Look und Laien-Darstellern richtig Spaß gemacht hat. Lewis trifft mit seiner überzeichneten Darstellung der verrückten Dorfbewohner, die zum schwungvollen Hillbilly-Score Durchreisende meucheln, einen interessanten Ton. Da reichen diverse moderne Fun-Splatter-Filmchen trotz zigfachem Budget lange nicht heran.

Was mir an dem Film allerdings nicht einfach nur gefallen, sondern was mich geradezu fasziniert und mehr als nur ein bisschen gegruselt hat, war, wie sich eine gesamte Kleinstadt zu einer blutrünstigen Horde zusammenschließt und Menschen aus nichtigen Gründen – in diesem Fall, weil sie Yankees waren – zu ihrem Vergnügen fantasievoll abmurkst. Das hat mich daran erinnert, dass es auf der Welt vermutlich zu jeder Zeit mehr als 2000 Verrückte gab, gibt und immer geben wird. Lewis schafft das, was jeder guten Horror-Comedy gelingen sollte – nämlich bei allem Spaß immer noch echtes Grauen anklingen zu lassen.

Bild © CMV Laservision
 

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