WΔZ (Tom Shankland, Großbritannien 2007)

Posted by 12. Oktober 2013

WΔZ#horrorctober zum Zweiten. Ich habe mir Tom Shanklands „WΔZ“ angeschaut.

Der zynische New Yorker Cop Eddie Argo (Stellan Skarsgard) und seine neue Partnerin Hellen Westcott (Melissa George) ermitteln in einem besonders grausamen Fall. In einem New Yorker Problemviertel geschehen Morde nach dem gleich Muster: Den zwei Opfern wurden entweder durch Strom getötet oder zu Tode gefoltert. Einem der beiden wurde immer das Zeichen WΔZ (W-Delta-Z) in die Haut geritzt. Bald finden die Cops heraus: Der Killer unterzieht seine Opfer einem teuflischen Test – entweder selbst zu sterben, oder die Person, die man liebt, zu verlieren.

Ehrlich gesagt, hätte ich mir „WΔZ“, dessen Inhaltsangabe verdächtig nach Filmen wie „Saw“ und dessen Nachahmern klingt, gar nicht angesehen – wenn ich nicht eine sehr neugierig machende Kritik in meinem Lieblingsblog gelesen hatte. Und „WΔZ“ ist tatsächlich weniger Vertreter der von mir sehr gering geschätzten Torture-Porn-Welle, sondern lässt sich besser mit Filmen wie David Finchers meisterlichem „Seven“ vergleichen – auch wenn er dessen Klasse nicht erreicht. Was Shankland aber richtig gut gelingt, ist, dem Zuschauer ein Gefühl von Trostlosigkeit zu vermitteln. Auch wenn in dem Film im Gegensatz zu Finchers Film ab und an ein wenig trübes Sonnenlicht auf die schmutzigen Straßen von New York fällt, gibt es – und darin sind sich die beiden Filme sehr ähnlich – hier keinen Hoffnungsschimmer. Und diese Tristesse mag ich an „WΔZ“.

Leider wirkt Shanklands Rachegeschichte dann doch etwas zu sehr wie am Reißbrett entworfen. „But the.. the equation.. it was all so clear“ sagt der Killer irgendwann im Film. Aber genau mit dieser Gleichung und der daraus resultierenden, umständlichen Art der Vergeltungstaten nach wissenschaftlicher Formel hat „WΔZ“ für mich seine Glaubwürdigkeit arg strapaziert. Dass der Racheengel beweisen möchte, dass es Liebe wirklich nicht gibt, ist vor dem Hintergrund des ihm geschehenen Unrechts verständlich, ja, sogar die Idee, dass er nicht in erster Linie aus Wut tötet, sondern aus Scham darüber, wozu ihn die Täter (die nun seiner Opfer sind) getrieben haben, fasziniert; aber die von ihm erdachte Versuchsanordnung ist nun wirklich nicht der naheliegendste Weg zur Überprüfung dieser Hypothese. „Seven“ ist zwar in gewisser Hinsicht mehr ein Endzeitfilm als ein realistischer Thriller, aber trotzdem auf erschreckende Art und Weise plausibel. Für „WΔZ“ gilt das, trotz einer wirklich interessanten Interpretation der Täter-Opfer-Rolle leider nicht.

Bild © Sony
 

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